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Cuernavaca
im Distrikt Morelos, Mexiko
"Stadt
des ewigen Frühlings"
Touristenkarte
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Die
Azteken haben die Stadt "Cuauhnahuac" genannt, was soviel wie
"nahe beim Wald" bedeutet. Heute ist diese herrliche, widersprüchliche
und exotische Stadt in Mexiko unter dem Namen Cuernavaca bekannt. Eine
Stadt, die Eindrücke unterschiedlichster Art hinterlässt. Eine sehr lebendige
Stadt, sei es durch die Menschen, den Verkehr oder das Nachtleben.
Cuernavaca
ist auch eine Stadt der Gegensätze. Hier gibt es Wohlstand und Armut nebeneinander,
miteinander vielleicht auch gegeneinander. Eigentlich wie in ganz Mexiko,
relativ betrachtet und prozentual verschoben. Ich hoffe, ich kann dem
Leser diese Stadt etwas näher bringen. Allerdings kommt man um einen Besuch
nicht umhin, um sich vor Ort von der Stadt und den Menschen verzaubern
zu lassen.
Bevor
ich jedoch mehr über die Stadt, Land, Menschen und insbesondere meine
Eindrücke schreibe, möchte ich erst einmal Danke sagen... Ich sitze
beim Schreiben dieser Zeilen im Garten der Familie Garcia Urbina in Cuernavaca
und fühle mich einfach rundum glücklich. Das liegt unter anderem an der
warmen Gastfreundschaft, die ich hier erfahre. Ich fühle mich mehr als
Mitglied der Familie, denn als Gast. Dafür möchte ich, auch im Nachhinein
beim Überarbeiten der Seiten, DANKE sagen. Im Übrigen hat mich die Liebe
zur "Tochter des Hauses" (Beatriz alias Jenny, die zwei Jahre
in Deutschland lebte und dann dort keine weitere Arbeitserlaubnis bekam...)
erstmals nach Mexiko gezogen. Diese Partnerschaft ist zu Ende, doch
die Freundschaft besteht immer noch :-)
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<< Es ist wohl
die Vertrautheit, die man hier schnell zu den Menschen aufbaut,
die menschliche und klimatische Wärme, der Geruch, die Lebensphilosophie
und vieles mehr, was einen in Cuernavaca halten kann... Meine Augen
schweifen gerade durch den Garten, es ist wunderschön hier.
Eine Idylle, die unbeschreiblich ist. Das tiefe Grün der Pflanzen,
der Rasen, die Palmen, das Haus, der Pool, die Sonne, das angenehme
Klima - herrlich. Ich überlege gerade wie man die Stadt beschreiben
kann... Eben gleitet ein riesiger ein riesiger Schmetterling an
mir vorbei, beeindruckend. Es ist nicht der erste, dieser hat jedoch
Flügel, die größer als meine Handflächen sind. Es ist wunderschön
hier zu sitzen, zu schreiben und einfach nur zu genießen. >>
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Auf
der Fahrt von Mexiko-City nach Cuernavaca, legt man einen beträchtlichen
Höhenunterschied zurück. Es geht in einer Stunde ca. 700 m tiefer
in eine andere Klimazone. Beim Einfahrt in die Stadt erkennt man schon
den mondänen Charakter der Stadt, allerdings erkennt man ebenso, dass
natürlich auch hier Armut herrscht. "Flache Dächer und viel Werbung",
das war der Eindruck, der mir von meiner ersten Reise (Ankunft in der
Nacht) haften geblieben ist. Dieser Eindruck herrschte aber nicht lange
vor, denn er wurde durch andere Bilder überlagert.
Bei
meiner ersten Reise nach Cuernavaca habe ich auf dem Busbahnhof die Menschen
beobachtet und einfach mal die Stimmung aufgenommen. Auf den beiden Fernsehern,
die an der Decke hingen, lief ein Fußballspiel.
Fast alle Anwesenden fieberten mit ihren Favoriten mit. Ich habe viele
Mexikaner "indianischer" Abstammung gesehen... fahren alle anderen
mit Autos oder Taxis und nicht mit dem Bus?! Gibt es hier diesen pauschalen
Klassenunterschied? Diese Fragen stellten sich mir im Laufe der ersten
Tage. Wichtig ist übrigens, darauf hinzuweisen, dass man anstelle des
diskriminierenden Wortes "Indio" besser die Bezeichnung "Indígena"
verwendet, was soviel wie "Ureinwohner" bedeutet. Wenn man das
Taxi benutzt, sollte man sich darauf einstellen, das der Taxifahrer nur
Spanisch spricht. Ferner sollte man vor der Fahrt den Preis aushandeln,
dass der Fremde natürlich mehr zahlen muss als der Einheimische ist klar,
aber man sollte dem Taxifahrer doch nicht allzu freie Hand lassen.
Diese
Stadt bietet ein differenziertes Bild. Sei es das Industrieviertel, welches
zum Teil internationale (auch deutsche) und hochmoderne Unternehmen birgt,
oder im Gegensatz dazu das Zentrum.
Seien es die Plätze und Märkte, die am Tag von Indígenas beherrscht werden
oder die Bars und Diskotheken, die vom (nur optisch?!) europäischen Typ
beherrscht werden. Das Bild das Cuernavaca einem am Tag bietet... typische
Autos, Trucks, Überlandbusse auf Straßen, die zum großen Teil Top-ausgebaut
sind sowie auf unbefestigten "Seitenstraßen"... an den Straßen
Markstände, Restaurants, viele Indìgenas, Kinder die an Ampeln Vorstellungen
geben in der Hoffnung, ein paar Pesos zu erhalten. Die Wohnhäuser und
Gebäude in der Stadt und Umgebung, anders gebaut als in Deutschland, zum
großen Teil einfach gehalten und zum Teil faszinierend schön. Man sagt,
dass auf die Einwohnerzahl gerechnet, Cuernavaca die Stadt mit den meisten
Pools der Welt wäre. Daneben ist der Stadtpark, aufgrund des mexikanischem
Eigentumsrecht, in ein Slum verwandelt worden, da sich "Besitzlose"
einfach dort niedergelassen haben. Chaotischer... Ja und Nein, vor allen
Dingen anders.
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<< Wir sind also um 7.30 Uhr
aufgebrochen. Auf den Straßen herrscht reges Treiben.
Der Verkehr in der Industriezone ist recht stark. An den Straßen
sind viele Leute, die auf dem Weg zu ihrer Arbeit sind, sich im
Straßencafe treffen oder vielleicht schon ihre erste Pause hinter
sich haben. Es ist ein buntes Bild, das schwer zu beschreiben ist.
Die Indígenas beherrschen das Geschehen an den Bürgersteigen und
an den Straßenrändern, in Arbeitskleidung meist. Manche Mexikaner
fallen jedoch auf, weil sie sich sehr gepflegt kleiden und auf Busse
warten, die sie wohl zu ihrem Bürojob fahren. Auch die Armut scheint
wieder durch... oder dominiert sie? Das ist schwer zu sagen und
schwer zu erkennen. Eine pauschale Aussage wäre unpassend, es ist
einfach ein sehr gemischtes Bild! Angekommen... alleine schon die
Straße zur Firma Würth ist sehenswert. Bestimmt nicht für Mexikaner,
aber für mich. Nicht sehenswert schön, doch auch hier stechen die
Gegensätze hervor und prägen das komplexe Bild des Landes.
Eine, nein, mehrere hochmoderne
Firmen (Anm.: welche auf dem Foto leider nicht zu sehen sind),
eine unbefestigte Straße, die in der Regenzeit bestimmt die Schuhe
der Angestellten ruiniert, der Straßenverkauf von Essen in abenteuerlich
anmutenden mobilen Öfen. Alte Lkws, die von ihrem Äußeren auf bedrohlich
wirkende Fahrer schließen lassen, Leute die nicht gepflegt erscheinen
(warum auch immer) und Leute, die auffallend gut gekleidet und gepflegt
wirken. Zwei Straßenrestaurants, die dem Besucher eine gewisse Leichtsinnigkeit
abverlangen... ein vielfältiges Bild, dass sich einem bietet.
Nach einigen Minuten hat mich das Wachpersonal hereingebeten. Der
erste Eindruck von der Niederlassung bestätigt sich, eine modern
eingerichtete Firma, ein ansprechender Empfangsraum mit dem Bild
des Mutterkonzerns aus dem vertrauten Deutschland und... eine Mitarbeiterin,
auf die diese Firma stolz sein kann. Die Blumen, die Beatriz an
ihrem Arbeitsplatz aufgestellt hat, lassen den Raum direkt schon
viel freundlicher aussehen. So können kleine Dinge eine große Wirkung
haben. >>
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Nüchterner
betrachtet ist Cuernavaca Wohnort für ca. 800.000 Menschen. Trotzdem ist
die Stadt noch sehr übersichtlich. Sie liegt 1542 m hoch, hat ein subtropisches
mildes Klima und ist ein kosmopolitisches Paradies im Herzen Zentralmexikos.
Nur etwa eine Autostunde südlich von Mexiko-City (Karte)
gelegen, spiegeln sich in ihr eine Vielzahl von Einflüssen wieder, von
der traditionsreichen indianischen Kultur bis zur Avantgarde der modernen
Kunst.
Seit
der Zeit der aztekischen Eroberer ist Cuernavaca ein Refugium und Erholungsort
für viele, die die angenehme Jahresdurchschnittstemperatur von 21°C genießen
wollen. Heute wird Cuernavaca von vielen Urlaubern aus der ganzen Welt
besucht. Einige Besucher sind auf der Spur fast vergessener Völker, andere
Touristen suchen in Cuernavaca lediglich Ruhe und Erholung. Daneben ist
Cuernavaca die bedeutendste Stadt im Bereich Sprachschulen.
Nach dem Lernen fällt es leicht, die Seele in den herrlichen Gärten und
südländisch anmutenden Cafés baumeln zu lassen, solange man nicht gerade
im dichten Verkehr steckt. Abseits der betriebsamen Strassen und des belebten
Zentrums der Stadt, dem Zócalo,
findest man aber auch ruhige Plätzchen mit tropischen Gärten.
Die
vielbeschriebene Idylle Cuernavacas muss der Ortsundkundige also manchmal
erst suchen
und zum Teil findet man diese Idylle auch zuerst mal außerhalb der Innenstadt,
wenn man
zu Gast bei einigen Freunden ist.
Cuernavaca bietet, auch für mexikanische Verhältnisse, einen ganz eigene
Atmosphäre, die auch stark durch die vielen Ausländer geprägt ist, welche
in Cuernavaca ihre Wahlheimat gefunden haben.
Denn wenn man dem Zauber der Stadt begegnet, zieht es einen immer wieder
- oder auch für immer - an diesen Ort. Eine pulsierende und beschauliche
Stadt, die mit ihrer Geschichte, ihren Plätzen, der üppigen Vegetation,
ansprechende Bauten im Kolonialstil, Märkten, den ausgesprochen freundlichen
und aufgeschlossenen Menschen, den hochmodernen Discotheken und dem pulsierendem
Nachtleben, den gepflegten Bars und Restaurants, den modernen Kinos, dem
Instituto de Bellas Artes, der Kathedrale, der Teopanzolco-Pyramide,
den Borda-Gärten oder dem Cortez Palast mit schönen Wandmalereien des
unvergessenen Diego Rivera etwas ganz Persönliches und zugleich etwas
Verzauberndes bietet... also Vorsicht, nicht dass auch ihr dem Zauber
von Cuernavaca erliegt.
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Auszug aus: MEXIKO von
Christian Heeb und Sigrid Diechtl
Im <<Land des ewigen Frühlings>>
Südlich der Metropole (Anm.: Mexiko-Stadt)
liegt das << Land des ewigen Frühlings >>, dessen Gartenstadt
Cuernavaca mit ihrer landschaftlichen Schönheit und ihrem
angenehmen Klima schon seit vorspanischen Zeiten die unterschiedlichsten
Besucher anlockt.
Aztekenkaiser errichteten dort ihre extrem luxuriösen Sommerresidenzen,
und Staatsmänner, Politiker und Industriekapitäne haben es ihnen
nachgemacht. In Cuernavaca kann man den schon 1530 begonnenen Palast
von Cortés ebenso besichtigen wie das Haus, in dem Kaiser Maximilian
sich heimlich mit seiner indianischen Freundin traf. In den letzten
Jahrzehnten haben sich dort neben Staatsoberhäuptern auch mexikanische
und international Künstler, pensionierte US-Amerikaner und reiche
Hauptstädter angesiedelt, so dass die Stadt an Wochenenden aus allen
Nähten platzt. Aber spätestens wenn man durch die Borda-Gärten spaziert,
wird man einen Hauch jener friedlichen Atmosphäre spüren, die Malcolm
Lowry in seinem berühmten Roman <<Unter dem Vulkan>>
(1947) so anschaulich beschrieben hat.
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www.omex.de
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