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Die Großfamilie als Stütze der Gesellschaft Die Rolle der Familie ist in jeder Kultur entscheidend für die gesellschaftliche Struktur des Landes und für seine politische Struktur des Landes und für seine politische Stabilität. Familie wird in Mexiko noch weitgehend traditionell, konservativ verstanden und entsprechend gelebt.

An den Familienstrukturen, auch am Bild einer idealen Familie, hat sich seit vielen Jahrhunderten in Mexiko wenig geändert. Selbst die enorme Bevölkerungsexplosion seit Anfang der vierziger Jahre, die gravierende soziale Veränderungen mit sich brachte, die rapide Industrialisierung, der Ölboom und die rasante Urbanisierung vermochten an der Grundstruktur der mexikanischen Familie nicht zu rütteln. So prägt die Familie weiterhin den einzelnen Menschen weit mehr, als dies in europäischen Ländern Kindergarten, Schule, Freizeitgruppen und Studienkommilitonen tun. Auch nach der Jahrtausendwende leben noch fast 90 Prozent der Mexikaner in einer Familie, während etwa in der Bundesrepublik Deutschland ca. 50 Prozent aller Haushalte aus Singles bestehen. Ein weiterer Unterschied ist augenfällig: Während die meisten mitteleuropäischen Familien aus Eltern und ein bis zwei Kindern bestehen, umfasst eine typische mexikanische Familie neben Vater, Mutter, Söhnen und Töchtern oftmals auch Neffen und Nichten, Onkel und Tanten, deren Ehepartner verstorben sind, Cousins und Cousinen und - zumindest in wohlhabenden Verhältnissen - die verschiedenen Hausangestellten wie Kindermädchen, Gärtner, Chauffeur und Dienstmagd.

Die Großfamilie fungiert in Mexiko auch als die wichtigste Wohlfahrtsinstitution, noch vor der Kirche, und gleicht soziale Not aus. Wird ein Familienangehöriger arbeitslos, arbeitsunfähig oder krank, kann er sich auf seine Familie (nicht dagegen auf Zahlungen seines Arbeitgebers oder des Staates) verlassen. Die Familie fügt dann den Bohnen eben mehr Wasser hinzu, damit es für einen weiteren Esser reicht - so formulierte es in den siebziger Jahren der damalige Präsident López Portillo, als er die sozialen Auswirkungen einer augenblicklichen Wirtschaftskrise charakterisierte. Die mexikanische Großfamilie ist überaus selbstgenügsam: Man umgibt sich mit den zahlreichen Verwandten, findet Spielkameraden unter den Cousins und Cousinen und ist so mit Freunden ausreichend versorgt. Die Kehrseite der Medaille ist der Umstand, dass angeheiratete Verwandte lange Zeit als Fremdkörper gelten und mit besonderer Dienstfertigkeit und Freundlichkeit gegenüber den Alteingesessenen um deren Gunst buhlen müssen.

Hochzeitsbrauch in Mexiko

Bevor Braut und Bräutigam in Mexiko das Haus verlassen, sprechen die Brauteltern zusammen mit der Braut zuerst einmal ein Gebet. Dann geht es auf zur Kirche. Zu einer mexikanischen Hochzeiten sind meist viele Gäste geladen. Die Blumenkinder und Überbringer der Trauringe sind wie Miniaturen der Braut und des Bräutigams gekleidet.

Einige der geladenen Freunde und Verwandten übernehmen als madrinas und padrinos während der Hochzeit bestimmte Aufgaben. Die madrina de ramo zum Beispiel trägt Blumen für die heilige Jungfrau Maria. Die madrina de laso trägt ein verziertes Seil, das um das Brautpaar drapiert wird wenn sie ihr Gelübde ablegen. Es symbolisiert die Einheit des Paars. Madrinas oder Padrinos tragen das Gebetbuch, den Rosenkranz, das Gebetkissen oder auch ein Gästebuch, das Weinglas für den Toast und so weiter.

Es gibt außerdem eine madrina de velacion, die sich die Braut als Ansprechpartnerin in ihrem Leben als Ehefrau ausgesucht hat. Eine besondere Rolle spielt auch die madrina de arras. Sie hält während der Zeremonie 13 goldene Münzen, die der Bräutigam der Braut präsentiert - als Symbol seines unantastbaren Vertrauens, seiner Zuversicht und finanziellen Unterstützung. Die Nummer 13 repräsentiert dabei Christus und seine 12 Apostel.

Die Münzen werden in einer Geschenkbox zunächst dem Priester übergeben. Der segnet die Münzen und übergibt sie der Braut, die sie zu Beginn der Zeremonie aus der verzierten Geschenkbox in die geschröpften Hände des Bräutigams schüttet. Die Münzen werden dann der madrina de arras gereicht, die sie bis zum Ende der Zeremonie hält. Nahe dem Ende der Zeremonie wird die Box mit den Münzen wieder dem Priester überreicht, der die Münzen in die Box fallen lässt und sie dem Bräutigam gibt. Der Bräutigam schüttet dann die Münzen in die geschröpften Hände der Braut und plaziert die Box darauf um zu zeigen, dass er ihr die Kontrolle über all seine weltlichen Güter zuteilt.
Die Braut kann nach eigener Wahl ein Brautkleid mit Schleier tragen, ein enges Kleid mit Bolero-Jacke oder sogar ein Kleid im Flamenco-Stil mit Rüschen am Saum. Sie kann statt Blumen außerdem auch einen Fächer in der Hand halten. Der Bräutigam kann einen Anzug im Matadorstil wählen, bestehend aus einem Bolero und eng anliegenden Hosen.

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