|
Kultur
|
|
Mexiko ist eine alte Kulturnation, die sich in der Tradition präkolumbianischer Hochkulturen einerseits und des kolonialspanischen Erbes andererseits sieht. Mexiko Stadt ist eines der bedeutendsten Kulturzentren Lateinamerikas. Das Kulturangebot der Stadt (Museen, Theater, Orchester, Ballett, Literatur, Bildende Kunst) hat Weltniveau. Aber auch mexikanische Provinzstädte bieten ein oft erstaunliches kulturelles Angebot. Kulturpolitik findet in Mexiko weitgehend auf Bundesebene statt. Die zentrale Koordinierung obliegt dem Nationalrat für Kultur und Kunst (Conaculta). Doch verfügen auch die einzelnen Bundesstaaten und Gemeinden über Kultureinrichtungen und -budgets. 21 Stätten sind in Mexiko von der UNESCO als Weltkulturerbe registriert. Dabei handelt es sich um präkolumbianische, aber auch um kolonialspanische Anlagen. Die Bemühungen des Nationalinstituts für Anthropologie und Geschichte (INAH) um die Erforschung und Bewahrung des mexikanischen geschichtlichen Erbes sind vorbildlich. Mexikanische Museen und archäologische Anlagen sind in aller Regel einen Besuch wert. Dies darf nicht darüber wegtäuschen, dass Mexiko ein im Bildungsbereich für die Masse der Bevölkerung noch immer rückständiges Land ist. 10 % der Mexikaner können weder lesen noch schreiben (hinzu kommen zahlreiche funktionale Analphabeten). Unter der indigenen Bevölkerung steigt der Anteil der Analphabeten auf 40 %, bei deren Frauen gar auf 70 %. Der Durchschnittsmexikaner besucht die Schule keine acht Jahre lang. Staatliche Grundschulen sind häufig von schlechter Qualität, so dass die Mittel- und Oberschicht sowie im Lande ansässige Ausländer ihre Kinder in der Regel auf teure Privatschulen schicken. Das Universitätssystem
kann, trotz akuter Finanzsorgen, in Teilbereichen zwar durchaus mit dem
europäischer Staaten mithalten. An mexikanischen Universitäten
gibt es fast 2 Millionen Studenten und über 200.000 Lehrkräfte.
Ein fast einjähriger Streik an der UNAM, der mit über 250.000
Studenten größten Universität des Landes in Mexiko-Stadt,
hat 1999/2000 dem staatlichen mexikanischen Universitätssystem aber
sehr geschadet und gleichzeitig dem schon seit Jahren zu beobachtenden
raschen Wachstum von an nordamerikanischen Modellen orientierten, elitären
Privatuniversitäten weitere Impulse verliehen. Es bleibt abzuwarten,
ob es der neuen Regierung unter Präsident Fox gelingen wird, die
notwendigen Reformen im Bildungs- und insbesondere im Universitätssektor
erfolgreich durchzuführen. |