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Liga Mexicana por la Defensa de los Derechos Humanos

Die andere Seite Mexikos

Mexiko ist ein wunderschönes und reiches Land. Es gibt kein Land der Erde, das so einzigartig schön und vielfältig ist. Mexiko ist jedoch ein Land der absoluten Gegensätze. So schön dieses Land ist, so hässlich kann es auch sein. So vielfältig es ist, so einseitig kann es auch sein.

Grob umrissen gibt es in Mexiko eine kleine enorm reiche Oberschicht, ein armes Stadtproletariat und eine zum Teil noch bitterarme Landbevölkerung. 
Land- und Arbeitslosigkeit fördern die Landflucht bzw. die Abwanderung aus Regionen mit wenig Zukunftschancen in Gebiete, die Beschäftigung und sozialen Aufstieg versprechen. Man macht sich auf in Industrie-Großstädte, in Gegenden mit großräumiger Agrarentwicklung.

In Mexikos Städten kann sich nur eine kleine Oberschicht allgemeinen Wohlstands erfreuen (darunter gibt es auch viele Superreiche!), ein gutsituierter Mittelstand fehlt fast ganz. Das städtische Heer ungelernter Hilfsarbeiter überwiegt bei weitem. Es fristet seine ärmliche Existenz als Tagelöhner, Straßenverkäufer oder Hauspersonal. Auch Kinderarbeit ist die Regel. Die Frauen sind meist als Haushaltshilfen - muchachas - angestellt. Wer es gut hat, nennt eine bescheidene Wohnung sein eigen. Unzählige andere hausen aber auch am Rand der Großstädte in wilden Siedlungen, in den ciudades perdidas, in den "verlorenen Städten" mit Hütten aus Wellblech, Holz und Pappe. Schon längst hat der Staat es aufgegeben, dagegen anzukämpfen. In der Regel legalisiert er nach einigen Jahren die illegalen Landbesetzungen.

In Mexiko-Stadt streunen zehntausende Kinder und Jugendliche durch die Straßen, man nennt sie niños callejeros und sie stammen meist aus zerbrochenen Familien. Sie nächtigen in verlassenen Häusern und in Metro-Luftschächten und mit Gelegenheitsarbeiten und als Straßenverkäufer schlagen sie sich durch. In den Rotphasen der Ampeln schwärmen sie durch die Autokolonnen und bieten Zeitungen, Lotterielose, chicles, Rosen, Sonnenbrillen, Kämme und andere nützlich-unnütze Dinge an, dabei stundenlang im Auspuffqualm stehend. Oder sie breiten ihr Angebot wie die anderen ambulantes auf Gehsteigen und an Metro-Eingängen aus, sie bewachen parkende Autos, putzen deren Scheiben oder die Schuhe von Passanten und einige artistisch begabte produzieren sich auch als bällejonglierende Straßengaukler.

In ihrer hoffnungslosen Lage "schnüffeln" auch viele Benzin, Leim oder Lösungsmittel, die eingeatmeten giftigen Dämpfe lassen Hunger, Kälte und Einsamkeit vergessen. Straßenkinder sind oft auch Opfer polizeilicher Erpressung, denn als Gegenleistung für ungehindertes "Arbeiten" verlangen korrupte Uniformierte Anteile am kargen Einkommen der Kinder. Wer nicht zahlt, wandert hinter Gitter, das förderte eine Studie der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität UNAM zutage, die sich mit dem Los der Kinder in Mexiko-Stadt beschäftigte. Private Organisationen wie z.B. la Casa Alianza, die sich um die callejeros bemühen, haben viel zu wenig Mittel und ihr Engagement ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Nicht nur für die Straßenkinder, auch allgemein für die Menschen Mexikos, die wenig haben, insbesonders für mittellose Mütter und deren Kinder, ist jeder Tag ein Kampf aufs Neue. 

Um von Deutschland aus gezielt und effizient Projekte in Mexiko zu unterstützen,
habe ich das Mexiko Hilfswerk e.V. gegründet. Wir benötigen Ihre Hilfe. Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.