Acamapichtili
Acamapichtli bedeuet aus dem Náhuatl übersetzt soviel wie: "Handvoll Pfeile/Schilfrohr"
"Acamapichtli Itzpapálotl" (auch "Acamapichtli" oder "Acamapichtili" genannt) war in der Zeit von 1367 bis 1387, nach dem Tod von "Ténoch", der 2. Tlatoani (Herrscher) in der neu gegründeten Aztekenstadt Tenochtitlán.
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Tod von Ténoch
Nach dem Tod von "Ténoch", dem legendären Anführer und Oberpriester der Azteken, im Jahre 1363, musste der religiöse Ältestenrat von Tenochtitlán darüber eine Entscheidung treffen, wer neuer Tlatoani von Tenochtitlán werden sollte. Nach heftigen Diskussionen, in deren Verlauf einige der Ältesten für die Einsetzung eines Tepaneken als neuen Tlatoani stimmten, kam der Ältestenrat zu dem Entschluss, dass Spannung innerhalb der Doppelstadt, dem religiösen und politischen Machtzentrum Tenochtitlán im Süden und Tlaltelolco mit dem Markt im Norden der Stadt, nur durch einen gemeinsamen Tlatoani (Herrscher), der sich außerdem auf ein toltekisches Erbe berufen konnte, zu vermeiden waren. Dazu kam, dass sich die Mexica (Azteken) zu diesem Zeitpunkt in einer Situation der Unterlegenheit gegenüber den Völkern im Valle de México befanden und von diesen verachtet wurden. Der religiöse Ältestenrat von Tenochtitlán hoffte, durch die Wahl eines Tlatoani mit toltekischer Abstammung, ihre Position in dieser Region zu stärken und zu sichern.
Ernennung zum Tlatoani
Der Ältestenrat von Tenochtitlán sandte eine Delegation zu den Führern von Culhuacán und bat darum, "Acamapichtli Itzpapálotl" zum neuen Tlatoani von Tenochtitlán ernennen zu dürfen. "Acamapichtli Itzpapálotl" war der Sohn von "Opochtzin", ein Mexica-Führer, und "Atotoztli", Tochter des Culhua Tlatoani "Nauhyotl". Die Culhua behaupteten von sich selbst, dass sie direkte Nachfahren der Tolteken seien. In Erinnerung des gewaltsamen Todes der Tochter von "Achitometl", lehnten die Führer von Culhuacán zunächst diese Bitte ab, stimmten aber schlussendlich im weiteren Verlauf der Verhandlungen zu. Um den Vertrag zu besiegeln und damit eine direkte Verbindung mit Tenochtitlán einzugehen, erhielt "Acamapichtli Itzpapálotl", der bereits eine Culhua Ehefrau mit Namen "Ilancuetl" besaß, eine "Edle Frau" aus Tenochtitlán zur Zweitfrau. Vermutungen sprechen davon, dass "Acamapichtli Itzpapálotl" während seiner Regierungszeit ca. 20 Ehefrauen besaß. Aufgrund seiner zahlreichen Nachkommenschaft zählt "Acamapichtli Itzpapálotl" auch zum Begründer der aztekischen imperialen Dynastie. Zwei seiner Söhne, "Huitzilíhuitl" und "Itzcóatl" , wurden ebenfalls nach dem Tod von Acamapichtli Itzpapálotl zum Tlatoani von Tenochtitlán.
Tlatelolco und Cuacuapitzahuac
Im gleichen Jahr, als "Acamapichtli Itzpapálotl" zum Tlatoani von Tenochtitlán ernannt wurde, erklärte Tlatelolco (Teil der Doppelstadt von Tenochtitlán) "Cuacuapitzahuac" zum neuen Tlatoani. "Cuacuapitzahuac", der selbst ebenfalls nicht aus Tenochtitlán und Tlatelolco stammte, war der Sohn von "Tezozómoc" . Tezozómoc war ein Tepaneke und Tlatoani von Azcapotzalco . Die Wahl von "Cuacuapitzahuac" zum neuen Tlatoani von Tlatelolco hatte zur Folge, dass das restliche Tenochtitlán, unter der Führung von "Acamapichtli Itzpapálotl", relativ schnell unter die Tributpflicht an Azcapotzalco fiel und in Kooperation mit Azcapotzalco Krieg gegen Chalco, Xochimilco und Cuernavaca ( in Náhuatl: Cuauhnahuac ) führen musste.
Leistungen
Während der Regierungszeit von "Acamapichtli Itzpapálotl" wurde Tenochtitlán in vier Calpullis aufgeteilt. Moyotlan im Südwesten, Tlatelolco im Südosten, Cuepopan im Nordwesten und Atzacualco im Nordosten. Acamapichtli Itzpapálotl baute das begrenze Ackerland von Tenochtitlán weiter aus, indem er die Chinampas ausdehnte und dazu auch die Flächen des eroberten Xochimilco benutze. Außerdem ließ er zahlreiche Häuser und Tempeln errichten.