Álvaro Obregón
Staatspräsident, geb. 19.02.1880 in Siquisiva in Sonora, gest. 17.08.1928 in Mexiko-Stadt.
Álvaro Obregón war 1920-1924 Staatspräsident. Nach seiner erneuten Wahl wurde er 1928 ermordet.
Obregón gilt zusammen mit Calles als Mitglied der "Sonorenses", eine Gruppe von Revolutionsgenerälen aus den nordwestlichen Bundesstaaten, die das Geschick Mexikos von 1916 bis 1937 bestimmten. Der bis 1912 in mehreren Berufen tätige Obregón kämpfte als Soldat an allen Fronten der Mexikanischen Revolution. 1913 wurde er ohne jegliche formelle Ausbildung als Oberst in die Armee von Venustiano Carranza aufgenommen. Seine militärischen Fähigkeiten bewogen diesen, ihn noch im selben Jahr mit dem Oberkommando der "Constitucionalistas" zu betreuen. Obregón eroberte Mexiko-Stadt und besiegte Pancho Villa in den Schlachten des Bajío 1915. Dabei verlor er jedoch einen Arm.
Obregón entkam dem Tod mehrmals nur knapp. 1914 wollte ihn Pancho Villa wegen Meinungsverschiedenheiten erschießen, 1915 - nach dem Verlust des rechten Arms in der Schlacht von Celaya - versuchte sich der Soldat selbst zu töten, was jedoch misslang (Quelle: Rosas/Villalpando: Los presidentes de México)
1920 wandte sich Obregón gegen Carranza, der die Präsidentschaftskandidatur von Obregón vereiteln wollte. Nach dem Aufstandssieg gewann Obregón die Wahlen im September 1920 und trat das Amt des Staatspräsidenten wenig später an. Unter seiner Amtszeit vereinbarte Mexiko mit den USA eine geregelte Schuldenrückzahlung. Das Erziehungsministerium wurde gegründet, die Landreform - wenngleich zögerlich - in Angriff genommen. Gegen die "delahuertista"-Rebellion von Adolfo de la Huerta zog Obregón persönlich ins Feld und besiegte seinen einstigen Finanzminister im März 1924. Wenig später wurde der von Obregón ausgewählte Calles neuer Staatspräsident.
Obregón zog sich nach Sonora zurück und widmete sich privaten Geschäften, blieb aber der "starke Mann" der Regierung. Seine erneute Kandidatur - nach der Verfassung eigentlich verboten - stieß jedoch auf erheblichen Widerstand. Bereits im November 1927 gibt es im Wahlkampf zwei Attentate auf ihn. Nach seiner Wahl wurde er dann noch vor Amtsantritt im damaligen Dorf San Angel (heute Mexiko-Stadt in einem Restaurant 1928 erschossen. An der Stelle steht heute der Park La Bombilla mit einem meterhohen Denkmal an Obregón.
Obregón heiratete 1903 Redugio Urrea. Nach deren Tod 1907 vermählte er sich 1916 mit María Tapia. Begraben ist er in Hutabampo in Sonora.
Veröffentlichungen
- Ocho mil kilómetros en campaña (Autobiographie)