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Antonio López de Santa Ana

Antonio López de Santa Ana, mexikanischer Soldat und Präsident (Geb. 1795 Veracruz, gest. 1878 Mexiko-Stadt)

Santa Ana (auch Santa Anna geschrieben) ist eine der schillernsten Figuren der mexikanischen Geschichte. Aufgewachsen in Veracruz, nahm er ab seinem 16.Lebensjahr an den Kämpfen gegen die mexikanischen Rebellen teil. Seine Karriere förderte er durch privaten Landerwerb. 1821 wechselte er jedoch die Seiten und unterstützte den Unabhängigkeitsplan von Agustin de Iturbide.

In der Folgezeit versuchte Santa Ana - wenngleich erfolglos - eigenmächtig, das von den Spaniern noch besetzte Fort San Juan de Ulua im Hafen von Veracruz einzunehmen. Aus Furcht vor möglichen Konsequenzen und Entmachtung erhob sich Santa Ana 1823 gegen den mittlerweile zum Kaiser aufgestiegen Iturbide und trug damit zu dessen Sturz bei. 1827 wehrte er als "Held von Tampico" ebendort den spanischen Versuch der Rückeroberung Mexikos ab. Durch einen weiteren Putsch stieg Santa Ana 1833 erstmals zum Präsidenten des Landes auf. Er schlug 1835 gegen ihn gerichtete Aufstände in Zacatecas nieder und stürmte die Widerstandsburg El Alamo der texanischen Rebellen. Doch im gleichen Jahr geriet Santa Ana nach einer katastrophalen Niederlage gegen diese in Gefangenschaft. Der Hinrichtung entging er nur durch die Anerkennung der texanischen Unabhängigkeit (Der mexikanische Kongress anerkannte diese Anerkennung nicht an).

1839 konnte Santa Ana seinen Ruf wiederherstellen, als er persönlich in Veracruz eine französische Invasion bekämpfte und dabei ein Bein verlor. In der Folgezeit schaffte er es noch mehrmals auf den Präsidentenstuhl, 1845 musste er kurzzeitig das Land verlassen. Als zwischen Mexiko und den USA 1846 ein Krieg (Krieg Mexiko-USA) ausbrach, kehrt Santa Ana als Präsident zurück. Nach militärischen Niederlagen muss er jedoch 1847 wieder ins Exil gehen.

Erst eine konservative Gegenbewegung brachte ihn 1853 wieder ins Präsidentenamt, wo er imperialen Träumen nachhing und sich mit monarchischen Attitüden diskreditierte. Der Personenkult nahm bizarre Formen an, mit einem Staatsbegräbnis wurde sein 1839 amputiertes Bein im Nationalfriedhof beigesetzt. Theater und Plätze erhielten seinen Namen, die Nationalhymne, in seinem Auftrag geschrieben, widmete ihm mehrere Zeilen. Botschafter sondierten in Mexiko die Möglichkeit, einen europäischen Prinzen in Mexiko als Kaiser einzusetzen.

1855 musste Santa Ana nach einem Militäraufstand dauerhaft ins Exil gehen. Er unterstützte von dort aus die französische Invasion und deren Marionettenkaiser Maximilian, ging jedoch nach der Weigerung des Letzteren, Santa Ana einen Regierungsposten anzubieten, auf Distanz. Sein Versuch, im französisch besetzten Veracruz Fuß zu fassen, scheitert. Auch nach dem Ende der französischen Besetzung versuchte Santa Ana eine Rückkehr, wird aber auf Order von Präsident Benito Juárez festgenommen. Der Hinrichtung wegen Hochverrats (Unterstützung der Franzosen) entging Santa Ana nur knapp, bezahlte dies allerdings mit dem endgültigen Dauerexil.

Von Krankheiten gezeichnet und durch Hochstapler ruiniert, konnte Santa Ana erst kurz vor seinem Tod nach Mexiko zurückkehren. 1878 starb er vergessen in Mexiko-Stadt.