Bahn
Mexiko verfügt über ein gut ausgebautes Streckennetz, an das alle größeren Städte des Landes angeschlossen sind. Der Zug war das preiswerteste, langsamste, gelegentlich jedoch auch attraktivste Verkehrsmittel des Landes. Allerdings verkehren heutzutage nur noch Güterzüge über die Gleise. Ausnahmen sind touristische Linien und Nahverkehrsstrecken.
Entwicklung der mexikanischen Eisenbahn
Beginn des Eisenbahnbaus in Mexiko war die Erteilung einer Konzession zum Bau der Linie Mexiko-Stadt nach Veracruz mit Anschluss der Stadt Puebla am 22.8.1837, doch der erste Zug fuhr tatsächlich erst 1850. 1876 gibt es 478 Kilometer Eisenbahnlinien. Der "Boom" der mexikanischen Eisenbahn setzte jedoch unter dem Porfiriato ein, bis 1910 wurden 20.000 km Eisenbahnlinien gebaut und insbesondere der Norden und die Mitte des Landes von verschiedenen Strecken durchzogen. Der Bau lag dabei in privaten Händen ausländischer Investoren. Während der Mexikanischen Revolution 1910-1920 war die Eisenbahn das wichtigste Transportmedium der Truppenverbände.
Nach 1920 gingen die bis dahin in privatem Besitz befindlichen, während der Revolution jedoch oftmals beschlagnahmten Linien in einem unterschiedlich verlaufenden Prozess in staatlichen Besitz über. Bereits vor der Revolution hatte es erste Bestrebungen gegeben, die privaten Linien unter staatliche Kontrolle zu bringen. Seit den achtziger Jahren des 20.Jahrhunderts erfolgte jedoch eine allmähliche Stilllegung beziehungsweise Privatisierung von Strecken. 1996 wurde die nach der Revolution gegründete staatliche Eisenbahngesellschaft FNM (Ferrocarriles Nacionales Mexicanos, auch "Ferronales" genannt) in mehrere Regionalgesellschaften zwecks Veräußerung aufgesplittet. Im April 2001 wurde sie endgültig aufgelöst, eine Nachlassverwaltung kümmert sich seitdem um die Veräußerung ihres Besitzes. Der Hauptbahnhof Buenavista von Mexiko-Stadt bediente noch 2003 Personenzüge Richtung Norden und Nordwesten. Künftige Nutzungsmöglichkeiten sind Nahverkehrszüge.
Während der Personentransport fast vollständig eingestellt wurde, ausgenommen touristische Angebote, war der Transport von Industriegütern nicht von der Schließung betroffen. Mehrere Nachfolge-Eisenbahngesellschaften unterhalten ein großes Streckennetz im gesamten Land. Mehrere Privatgesellschaften wurden mit ausländischem Kapital gegründet.
Interessante Tourismusstrecken
- EL CHEPE, der “Copper Canyon Railway”: Eine der schönsten Strecken, sie führt von Chihuahua durch die Sierra Madre Occidental nach Los Mochis am Pazifik.
- Der Expreso Maya: Dieser Zug fährt innerhalb von 5 Tagen von Mérida über Campeche nach Palenque.
- Der Expreso de la Independencia (Unabhängigkeits-Express): Ein alter, traditioneller Zug.
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