Bus (Öffentlicher Nahverkehr)
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Mexikos Städten ist tatsächlich eine Mischung aus öffentlichen und privatwirtschaftlichen Angeboten. Insbesondere letztere unterliegen wiederum strengen behördlichen Auflagen und Richtlinien, entziehen sich aber faktisch der öffentlichen Kontrolle. Der öffentliche Nahverkehr wird üblicherweise von den Gemeinden subventioniert, die privatwirtschaftlichen Angebote variieren im Preis.
Öffentlicher Personennahverkehr in Mexiko-Stadt
In Mexiko-Stadt war früher der öffentliche Nahverkehr in der Gesellschaft Ruta 100 konzentriert. Nach deren Auflösung und zeitweiliger Inaktivität (Aufkommen privatwirtschaftlicher "Concesionarios") wird der ÖPNV wiederaufgebaut. Kommunale Stadtbusse fahren dabei generelll den Metrolinien entlang. Sie sind entsprechend mit dem Logo der Untergrundbahn beschildert, halten nur an bestimmten Punkten und sind durchgehend billiger als die Privatkonkurrenz. Seit Herbst 2005 verbindet zudem der neue "Metrobus" die 40 Kilometer lange Nord-Süd-Verbindung Insurgentes, sie ist schneller, weil sie ähnlich einer Straßenbahn reservierte Halteplattformen und Spuren erhält. Das System wird bereits in León im Bundesstaat Guanajuato eingesetzt.
Die Metro ist die Alternative zum öffentlichen Busverkehr. Ihr Ausbau stockt aber seit einigen Jahren. Als Ergänzung hierzu ist einer Übertagebahn im Südosten entstanden, die den Stadtteil Xochimilco mit der Stadt verbindet. 2005 wurde beschlossen, eine weitere Nahverkehrsbahn zwischen Cuatlitlán Izcalli im Bundesstaat Estado de México und dem einstigen Fernverkehrsbahnhof von Mexiko-Stadt, Buenavista, nahe des historischen Zentrums zu bauen. Der so genannte "Tren Suburbano del Valle de México" würde die 25 Kilometer Entfernung in nur 25 Minuten statt bislang zweieinhalb Stunden zurücklegen. Das Projekt soll 6,7 Milliarden Pesos kosten und wird von spanischen Firma Construcción Auxiliar de Ferrocarriles gebaut.
Taxis unterscheiden sich in Mexiko-Stadt nach frei zirkulierenden und an einen festen Ausgangspunkt (Sitio)gebundenen Fahrzeugen. Auch die Fahrpreise für Taxis sind vorgegeben, wobei Sitio-Taxis teurer sind. Abgerechnet wird üblicherweise nach Entfernung.
Nach Angaben des Verkehrsministeriums des Bundesdistrikts (SETRAVI) aus dem Jahr 2005 teilt sich der Öffentliche Nahverkehr in Mexiko-Stadt folgendermaßen auf:
- 18% der Reisen erfolgt in Privatfahrzeugen, 82% in Bussen jeglicher Art: Davon 65% betrieben über "Concesionarios" (Private Fuhrunternehmer) und 17% über die Verkehrsgesellschaft der Regierung des Bundesdistrikts.
- Die "Concesionarios" verteilen sich auf neun Privatbetriebe und 28.000 einzelne Lizenznehmer. Sie bedienen 106 Strecken. Hinzu kommen 106.000 Führer von Taxifahrzeugen.
- Der "Transporte Público Administrado por el Gobierno del Distrito Federal" setzt sich aus "Sistema de Transporte Colectivo" (Metros) und "Red Transporte de Pasajeros" (RTP) zusammen. Die RTP verfügt über 1.400 Busfahrzeuge und bedient 100 Linien. Die Metro setzt 308 Züge ein. Die 16%-Anteil des öffentlichen Nahverkehrs verteilen sich auf 14% (Metro) und 2% (RTP) zusammen. Hinzu kommen 344 "Trolebusse", die über elektrische Linien betrieben werden mit 17 Strecken sowie der "Tren Ligero" im Südosten der Stadt. (Quelle: Setravi.
Privatwirtschaftliche Angebote im ÖPNV
Ein "Pesero" zirkuliert vor allem in Mexiko-Stadt: Außerhalb der Stadt heißen VW-Minibusse auch "Combi". "Micros" gibt es jedoch in dieser Form nur in Mexiko-Stadt.
Stattdessen dominiert beispielsweise im Estado de México neben dem VW-Minibus der "Camión" als üblicher Linienbus. In manchen Gegenden und Städten Mexikos (Veracruz, Tabasco) werden oftmals auch Taxis als Mini-Busse ("Taxi colectivo") eingesetzt, auch hier gilt: Aussteigen an jeder gewünschten Ecke, aber vorne und hinten sitzen soviele Personen wie platzmäßig möglich.
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