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CNI (Fernsehsender)

CNI Canal 40 - privater Fernsehsender in Mexiko-Stadt.

CNI (Corporación de Noticias e Información) ist der Sender der Firma Televisora del Valle de México und hat eine Sendekonzession für Kanal 40 des mexikanischen Fernsehens. Das Unternehmen stand bislang unter der Führung des Unternehmers Javier Moreno Valle. Chefredakteur und Vizepräsident für Inhalte ist der bekannte Fernsehjournalist Ciro Gomez Leyva, der den Sender zusammen mit Moreno ab 1995 aufgebaut hat. Im Juni 2005 wurde der Sendebetrieb vorerst eingestellt. Seit Februar 2006 strahlt TV Azteca auf der Frequenz des weiterhin inaktiven CNI40 ein eigenes Fernsehprogramm namens „Proyecto 40“ aus.

CNI wurde in Mexiko bislang in etwa fünf Millionen Haushalten empfangen, der Schwerpunkt liegt auf der Hauptstadt. Die Sendeanstalten befinden sich im World Trade Center von Mexiko-Stadt.

Der Privatsender galt vor Aussetzung seiner Ausstrahlung wegen fehlender Anzeigenkunden und qualitativ anspruchsloserem Unterhaltungsprogramm (die Nachrichtensparte genießt hingegen hohes Ansehen) als hochdefizitär und als Übernahmekandidat durch die Konkurrenz. Hintergrund ist ein enormer Schuldenberg: Im Juli 2005 wurde der Sendebetrieb vorerst eingestellt, Besitzer Moreno Valle befand sich seit Juni 2005 auf der Flucht nach Verhängung eines Haftbefehls wegen Steuerhinterziehung, wurde aber am 9.November des gleichen Jahres in den USA in Houston, Texas, festgenommen und wartet seitdem auf eine Auslieferung nach Mexiko. Die Belegschaft war wegen ausstehender Löhne seit 19.Mai 2005 im Streik, eine Einigung scheiterte im Juli 2005. Im Dezember 2005 soll es zu einer Einigung gekommen sein. Medienberichten zufolge ist die formale Insolvenz nur eine Frage der Zeit.

TV Azteca besitzt seit 1998 ein Vorkaufsrecht auf CNI (51 Prozent der Aktien) und das Recht der Signalübertragung und Vermarktung der Werbeblöcke. Dieser Vertrag wurde aber durch CNI-Chef Moreno Valle im Sommer 2000 einseitig aufgekündigt, mehrere Gerichtsurteile haben zugunsten von TV Azteca entschieden. Im Streit um die Besitzrechte am Sender war CNI im Dezember 2003 zwei Wochen lang abgeschaltet, nachdem TV Azteca-Mitarbeiter die Sendeanstalten auf dem Chiquihuite-Berg in Mexiko-Stadt zeitweilig besetzt hielten. Im Falle einer Insolvenz hat TV Azteca die Übernahme des Senders angekündigt. Im Februar 2006 begann TV Azteca mit der Ausstrahlung eines eigenen Fernsehprogramms über die Frequenz von CNI.

Seitens politischer Beobachter wird kritisiert, dass der Streik trotz des Angebots eines mexikanisch-nordamerikanischen Medienkonsortiums zur Zahlung der ausstehenden Gehälter weiterhin anhielt und machten hierfür sowohl die Abwehrhaltung der CNI-Fernsehmitbewerber (Ablehnung ausländischer Investitionen, die zudem per Gesetz nicht zugelassen sind) als auch deren Einfluss auf die Angestelltengewerkschaft SITATYR verantwortlich (Sindicato Industrial de Trabajadores y Artistas de Radio y Televisión, Mitglied der Confederación de Trabajadores de México).

Siehe auch: Medien