Caso Sheraton
Affäre um die Ausweisung einer kubanischen Delegation aus einem US-geführten Hotel in Mexiko-Stadt im Februar 2006
Am 3.Februar 2006 mussten 16 Mitglieder einer kubanischen Wirtschaftsdelegation (Unternehmer und Regierungsvertreter) das Hotel María Isabel Sheraton in Mexiko-Stadt, das sie gebucht hatten, auf Anordnung des Sheraton-Mutterhauses (USA) verlassen. Die Kubaner hatten sich im Hotel mit US-amerikanischen Firmenvertretern treffen wollen, Ziel waren Gespräche über mögliche Investitionen im Energiesektor. Die Sheraton-Konzernzentrale begründete den Rauswurf mit einer Forderung des US-Finanzministeriums unter Verweis auf das bestehende Handels- und Kontaktembargo zu Kuba.
Der "Fall Sheraton" löste in Mexiko eine heftige Kontroverse aus, das mexikanische Außenministerium sah darin eine Verletzung der nationalen Souveranität durch Anwendung ausländischer Gesetze innerhalb Mexikos. Einen Tag nach Bekanntwerden des Skandals erklärte die für das Hotel zuständige Stadtteilregierung (Delegación Cuauhtémoc), das sie 16 "Unregelmäßigkeiten" im Betrieb des Hotels wie fehlende Menuekarte für Blinde, ein nicht durch die Pachtverträge belegbare Parkplatzfläche sowie andere Defekte ermittelt habe. Am 28.Februar erklärte die Delegación schließlich die vorläufige Schließung des Hotels, welches jedoch trotz angebrachter Schließungsplakate den Betriebe weiterhin fortführte. Am 4.März hob die Delegación die "Schließung" wieder auf, nachdem die Hotelkette sich bereit erklärt habe, eine Strafe von 16.000 Dollar wegen "Diskriminierung" zu zahlen und die Bereinigung fast aller Unregelmäßigkeiten nachgewiesen habe. Für die Stadtregierung von Mexiko-Stadt war die Affäre damit abgeschlossen. Das mexikanische Außenministerium hat am 24.März 2006 eine Geldstrafe in Höhe von 1,2 Millionen Pesos gegenüber dem Hotel verhängt. Begründet wird dies mit der Anwendung ausländischer Gesetze in Mexiko.
Die Sheraton-Hotels gehören zum US-Konzern Starwodd, der über mehrere Marken insgesamt 22 Hotels in Mexiko betreibt.
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