Cervantino
Das "Festival Internacional Cervantino", kurz "Cervantino", in Guanajuato, ist das größte Kulturfest des Landes. Jährlich finden drei Wochen im Oktober lang öffentliche Aufführungen von Theater-, Opern- und Musikstücken statt. Für die 33.Auflage 2005 wurden über 2.000 Künstler aus 32 Ländern erwartet. Das Kulturfest (2005: 157 Aufführungen) ist mittlerweile auch ein Anziehungspunkt für den internationalen Tourismus. Zur 34.Auflage im Oktober 2006 werden 2.480 Künstler aus 29 Ländern erwartet.
Entstanden ist das Festival aus einer 1953 aufgenommenen Idee, die "Entremeses" (kleine Theater-Einakter) des spanischen Barockautors Miguel de Cervantes auf der Plaza de San Roque öffentlich aufzuführen. Diese Tradition konnte Ideengeber Enrique Ruelas 1973 dann zum international besetzten Festival weiterentwickeln: die Geburtsstunde des "Cervantino". Das Fest wird seitdem durch das mexikanische Kulturinstitut CONACULTA, Stadt und Bundesstaat Guanajuato und die Universität von Guanajuato organisiert. Jährlich stehen bestimmte Länder im Mittelpunkt (2005 Japan und Spanien (wegen der 400-Jahr-Feier der Veröffentlichung des "Don Quijote" durch Cervantes)), 2006 Großbritannien und der Bundesstaat Chiapas).
Die Universität von Guanajuato, eine der "spanischen" Städte Mexikos, legt ihren Schwerpunkt u.a. auf das spanische Zeitalter des "Siglo de Oro" (15. und 16.Jahrhundert, Epoche kultureller Blüte) und damit von Cervantes. 1987 wurde ein "Museo de iconografía" mit Zeichnungen zur Figur des "Don Quijote" eröffnet. Die UNESCO verlieh der Stadt den Titel "Ciudad Cervantina de América".
Im Zusammenhang mit der Tradition des "Cervantino" sind die "Estudiantinas" von Guanajuato zu sehen. Erstmals 1963 durchgeführt, ziehen studentische Musikgruppen, gekleidet in schwarzer Tracht des spanisch-europäischen 17.Jahrhunderts durch die Stadt und tragen dabei auf Gitarre und Charango romantische oder derb-fröhliche Lieder vor. Die "Estudiantina" ist ein Spiegelbild der spanischen "Tuna". Ursprünglich gratis, ist die Teilnahme als Zuschauer an einem solchen Nachtumzug mittlerweile kostenpflichtig.
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