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Chinampa

Chinampa bedeutet aus dem Náhuatl übersetzt: "Einzäunung aus Rohr/Schilf".

Chinampa setzt sich zusammen aus den Náhuatl Wörtern:

Chinamitl ( Umzäunung/Zaun aus Schilf) + pan (Ort/Stelle die sich oberhalb/über befindet)

Inhaltsverzeichnis

Präkolumbische Zeit

Chinampa-Anbau in Tenochtitlán
Chinampa-Anbau in Tenochtitlán

In der Präkolumbischen Zeit wurden die Chinampas, oder auch „Schwimmenden Gärten“ als schwimmende Anbauflächen für Obst und Gemüse sowie zur Gewinnung neuen Landes für eine Besiedelung errichtet.

Texcoco-See und Tenochtitlán

Nach Gründung der der Méxica -Stadt Tenochtitlán, auf einer Insel im Texcoco-See , war Land relativ knapp. Um Neuland zu gewinnen und die Bevölkerung ( ca. 250.000 Einwohner) ausreichend mit Nahrung versorgen zu können, begannen die Méxica die Sümpfe zu entwässern und künstlich geschaffene Insel ( Chinampas) im Schilfgebiet anzulegen. Auf den Chinampas wurden Mais, Bohnen, Kürbisse und Blumen angepflanzt. Mit einem bebautem Chinampa Hektar waren die Méxica in der Lage, ca. 20 Menschen zu ernähren. Am See bei Xochimilco soll es zu dieser Zeit allein 12.000 Hektar an Chinampas gegeben haben. Neues Land, das sich zur Besiedlung eignete, wurde aus einer Kombination von Chinampas und Erddämmen, die durch Versandung zusammenwuchsen, gewonnen. Als die Spanier im Jahre 1519 Tenochtitlán erreichten, war die Stadt und die Wohnbezirke, welche nur mit Booten oder kilometerlangen Dämme zu erreichen war, von riesigen, mit Wasseradern durchzogene Gärten umgeben. Díaz del Castillo, der als Soldat im Dienst von Hernán Cortés nach Mexiko kam, schrieb später aus seinen Erinnerung in „Wahrhafte Geschichte der Entdeckung und Eroberung von Mexiko“ dazu:[ … "Wir marschierten wie im Traum durch diese Herrlichkeiten"……….Alles war so schön, dass man sich gar nicht satt sehen konnte."….. ]

Bauweise

Chinampas in Xochimilco
Chinampas in Xochimilco
Chinampas Xochimilco
Chinampas Xochimilco

Die Méxica (Azteken) schafften neue Anbauflächen durch eine Konstruktion, die aus Flößen aus Flechtwerk und Schilf bestanden. Diese Schilf-Flechtmatten ( oder auch Flöße) wurden an Pfählen befestigt, die zuvor in Form eines Rechteckes in den weichen Schlammboden des Sees geschlagen wurden. Anschließend wurden die Flechtmatten mit Wasserkraut und Schlammboden aus dem See befüllt. Auf diese erste Lage wurde ein zweites Schilfgeflecht gelegt und in der gleichen Art wie zuvor aufgefüllt. Dies Auffüllung erfolgte, bis ca. 1,5 bis zwei Meter Höhe ( wovon ca. ein Meter unter dem Wasserspiegel lag) erreicht war. Die Ränder (Ufer) dieser schwimmenden Inseln wurden mit Weiden, die dem ganzen halt gaben, bepflanzt. Bei den Weiden handelte es sich um Ahuejote-Bäume (Salix bonplandiana), eine Weidenart, die nur in Xochimilco vorkommt. Die Weiden verliehen diesen „Inseln“ nicht nur Festigkeit sondern das Blätterdach schützte zudem die Anpflanzungen vor der Sonne. Nach Fertigstellung der Chinampas konnten diese mit Gemüse, Obst und Blumen bepflanzt werden. Durch die ständige Wasserzufuhr und Schlammdüngung wurden bis zu 4 Ernten im Jahr ermöglicht. Mit der Zeit wuchsen diese schwimmenden Gärten durch Wurzelbildung am Seegrund fest an. Die Chinampas waren durchschnittlich drei bis acht Meter breit und zwischen 30 und 100 Metern lang. Um die Chinampas durch die Verunreinigung des Salzwassers aus dem östlichen Teils des abflusslosen Texcoco-See zu schützen, wurde ein 16 km langer Damm mit Schleusen errichtet, der den Wasserstand kontrollierte.

Zwischen den Chinampas befanden sich Kanäle, die mit Booten befahren werden konnten. Diese Kanäle dienten jedoch nicht nur als Wasserwege und Bewässerung für die „Chinampas“ sondern lieferten der Bevölkerung auch Fische.

Zeit der spanischen Eroberung

Nach der Eroberung Tenochtitláns im Jahre 1520 durch Hernán Cortés, verloren die Chinampas an Bedeutung. Zum einen verstanden die Spanier zu wenig von der komplizierten Pflege der Chinampas und der dazu nötigen kontrollierten Wasserwirtschaft und zum anderen besaßen sie Pferde. Die Pferde, die als Last-und Zugtiere über weite Strecken eingesetzt werden konnten, erübrigten einen Anbau der Agrarflächen in unmittelbarer Nähe der Stadt. Zudem hatten die Spanier damit begonnen, die Seen weitgehend trocken zu legen um Raum für neue Besiedlungen zu schaffen.

Aktuell

In der heutigen Zeit sind die „Schwimmenden Gärten“ von Xochimilco immer noch ein wichtiges Gemüse- und Blumenanbaugebiet. Von den Bauern, Chinamperos genannt, werden ca. einige hundert Hektar Chinampas bebaut. Die Chinampas sind allerdings durch die Abwässer der Millionenmetropole Mexiko-Stadt, die auf den Grundmauern von Tenochtitlán errichtet wurden, gefährdet. Nachdem in Xochimilco 165 Hektar Chinampas zum Naturschutzgebiet ("Zona Conservacion Ecologica") deklariert wurden und nachdem im Jahre 1987 die „Schwimmenden Gärten von Xochimilco“ zum UNESCO Weltkulturerbe und im Jahre 1990 zum städtischen Ökologie-Park erklärt wurden, wird versucht, mittels Einleitung von Frischwasser aus Bergbächen und einer halbwegs funktionierenden Klärung der Abwässer, den Sauerstoffgehalt in den Kanälen anzuheben.

Links

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