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Ciudad Juárez

Die Wüstenstadt „Ciudad Juárez“ liegt im Norden Mexikos im Bundesstaat Chihuahua an der Grenze zu den USA gegenüber der Großstadt El Paso. Die Stadt liegt im ausgedehnten Tal des Rio Bravo, ist aber ansonsten von Wüste umgeben. Traurige Berühmtheit erlangte Ciudad Juárez durch die hohe Zahl an Frauenmorden (siehe unten).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ciudad Juarez wurde durch den Missionar García de San Francisco als Missionsstation unter dem Namen "Nuestra Señora de Guadalupe del Paso del Río del Norte" 1659 gegründet. Der Name resultierte aus der Furt, die hier spanischen Missionaren und Eroberern den Übergang über den Fluss ermöglichte([1]). Nach Erlangung der Unabhängigkeit wurde El Paso del Norte zur Villa erhoben. Im Dezember 1846 besetzten US-Truppen das Tal, zwei Jahre später wurde hier die neue Grenze zwischen MExiko und den USA gezogen.

1865 und 1866 verbarg sich hier Benito Juárez während des Kampfes gegen die französische Besatzung. Deswegen wurde der Name des Ortes 1888 in den heutigen umgewandelt. 1882 erhielt der Ort eine Eisenbahnstation mit direkter Verbindung nach Mexiko-Stadt. 1909 trafen sich hier US-Präsident William Taft und der damalige mexikanische Diktator Porfirio Díaz. Ein Jahr später spielte der Ort erneut eine wichtige Rolle in der beginnenden Mexikanischen Revolution, als die Rebellen von Pancho Villa hier Regierungstruppen angriffen. Anfang Mai 1911 nahmen die Rebellen schließlich den Grenzort ein und machten damit den Sieg des Aufstands möglich. Wenig später wurden hier im damaligen Zollhaus und heutigen Museo Histórico de Ciudad Juárez (Museo de la Frontera Paso del Norte: Centro Cultural de la Ex-aduana) die Friedensverträge zwischen der Regierung und Rebellenführer Francisco Madero unterzeichnet, durch die Diaz die Macht an Madero abtrat. Der Ort blieb bis in die sechziger Jahres des 20.Jahrhunderts ein unscheinbarer Wüstenort.

Wirtschaftliche Entwicklung

Mitte der 60er-Jahre startete die mexikanische Regierung ein eigenes Maquiladoras-Programm (vor allem in Ciudad Juárez) zur Ansiedelung ausländischer Firmen. Angelockt durch ein Überangebot an billigen Arbeitskräften, politischer Unterstützung und das Fehlen von arbeits-, sozial- und umweltrechtlichen Auflagen, haben zahlreiche transnationale Unternehmen dort ihre Produktionsstätten errichtet. In den Maquiladoras arbeiten, teilweise unter menschenunwürdigen Umständen, vorwiegend junge Frauen. 1994 bekamen die Maquiladoras mit dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommens NAFTA (North American Free Trade Agreement) zwischen Mexiko den USA und Kanada einen neuerlichen Aufschwung.

Das einst unscheinbare Wüstenstädtchen an der Grenze zu den USA erlebte einen radikalen Wandel, bei der die Errichtung einer sozialen Infrastruktur und die kulturellen Wurzeln der Migranten/innen auf der Strecke blieb, und ist heute eine ausufernde Zweimillionenstadt mit einem weitläufigen Areal an notdürftig errichteten Wellblechhütten.

Ciudad Juarez verfügt über eine eigene Universität ("Universidad Autónoma de Ciudad Juárez").

Gesellschaft

Etwa 65 Prozent der Arbeitskräfte in Ciudad Juárez, sind junge Frauen. Von diesen jungen Frauen, die in den Billiglohnfabriken, in Bars und Restaurants oder als Prostituierte arbeiten, sind mehr als die Hälfte ledige Mütter. Viele von ihnen kommen als Wanderarbeiter aus verschiedensten Teilen Mexikos oder anderen Staaten Lateinamerikas nach Ciudad Juárez, um einen Teil ihres Einkommens an ihre Familien zu überweisen oder sie hoffen auf eine Gelegenheit, um über die nahe Grenze in die USA zu gelangen.

Laut offiziellen Zahlen sind ca. die Hälfte der Bewohner von Ciudad Juárez Migranten und Migrantinnen. Ein Teil der Arbeitssuchenden landet nur deshalb in Ciudad Juárez, weil sie zuvor bei dem Versuch die Grenze zum US-amerikanischen Nachbarstadt El Paso zu überwinden, als "Illegale" aufgegriffen und umgehend zurückverfrachtet wurden.

Der Wandel zur Zweimillionenstadt brachte aber nicht nur die Maquiladoras sowie zahlreiche Migranten und Migrantinnen, sondern auch Ausbeutung, Anonymität, Entrechtung und Überwachung. Drogenhandel, Prostitution, Menschenhandel und Gewalt haben mittlerweile ein unvorstellbares Ausmaß angenommen.

Frauenmorde

Traurige Bekanntheit erlangte Ciudad Juárez jedoch mit den ungeklärten Morden an mindestens 340 jungen Frauen - vielleicht auch an die 1.000 – seit 1993. Zahlreiche weitere junge Frauen sind bis heute „verschwunden" Die mexikanische Menschenrechtsorganisation spricht von über 4.000 Vermissten.

Links

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