Corrida de toros
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Der Stierkampf, die “fiesta brava”
Geschichte
Die ersten Stierkämpfe wurden in Mexiko im Jahr 1526 ausgetragen. Der Anlass war die Rückkehr von Hernán Cortés aus Honduras. Anfangs gab es nur improvisierte Kampfstätten, 1877 errichtete man dann die erste Arena in Mexiko-Stadt. Die damaligen Toreros bekämpften den Stier vom Pferd aus, erst um 1680 fanden die ersten Kämpfe am Boden statt. Ab 1769 gab es bezahlte Stierkämpfer, bis dato kämpften sie um der Ehre willen. Staatspräsident Benito Juárez verbot nach dem Sieg über die französischen Besatzer den Stierkampf, erst unter seinem Nachfolger Porfirio Díaz fand er wieder statt. Nochmals wurde er während der Amtszeit von Präsident Venustiano Carranza (regiert 1917-1920) verboten, nach seiner Ermordung wurde die „fiesta brava“ wieder erlaubt. Seitdem hatte keiner der nachfolgenden Oberhäupter etwas dagegen einzuwenden. Es hat sich sogar der Brauch entwickelt, dass alljährlich am „Tag der Armee“ der jeweilige Präsident Ehrengast in der Arena ist.
Der erste große Star unter den mexikanischen Toreros war der legendäre Bernardo Gavino (1812-1886). Er soll einst auf einer Reise zu einem Wettkampf nach Chihuahua von Komantschen überfallen worden sein. Von den 64 Mann Begleitpersonal, die er bei sich hatte, überlebten nach fünfstündigem Kampf nur er und zwei Begleiter. Danach sagte er seine Verpflichtung nicht etwa ab, sondern führte den Stierkampf, als sei nichts gewesen. Mehr als 50 Jahre trat er auf, bis er mit 75 Jahren von einem Stier angegriffen wurde und seinen Verletzungen erlag. Ein anderer begnadeter Torero war Ponciano Díaz, er verstand es die Menge derart mitzureißen, dass sie 1902 in Puebla die gesamte Arena in Brand steckten.
Der Kampf
In Mexiko gibt es 225 Arenen, hinzu kommen ca. 500 improvisierte Plätze für den Stierkampf. Die „Plaza de Méxíco” ist mit 50 000 Plätzen die weltweit größte. Saison ist von Ende November bis März/April. Im Norden, im Grenzgebiet zu den USA finden die Kämpfe auch im Sommer statt. Das Ganze ist eine sehr blutige Angelegenheit und nichts für Tierfreunde. Mittlerweile gibt es auch in Mexiko Bestrebungen den Stierkampf zu verbieten.
Die Einzugsparade besteht aus einem Verantwortlichen, der die Platzbeamten um Erlaubnis bittet, den Kampf beginnen zu dürfen. Ihm folgen drei Toreros in ihrer kostbaren, seidenen Tracht (traje de luces), sodann die „picadores“ (die Assistenten) und zum Schluss die Helfer mit ihren Eseln, mit deren Hilfe die toten Stiere aus der Arena transportiert werden. Sobald der „Presidente“, der Platzpräsident, sein Zeichen gibt, wird der Stier in die Arena gelassen. Die Tiere wiegen bis zu 500 kg und bewegen sich rasend schnell. Als erstes kommt der Assistent zum Einsatz, er reizt den Stier mit einem roten Tuch, genau beobachtet vom Torero, der so besser das Verhalten des Tieres einschätzen kann. Dann reiten die picadores ein und reizen den Stier, indem sie ihn mit Lanzen zweimal in den Rücken stechen, als Kennzeichnung für den späteren tödlichen Stich des Toreros. Diese Prozedur erfordert höchstes reiterliches Können.
Dann verlassen die picadores die Arena. Entweder der Assistent oder der Torero selbst setzen drei Paar „banderillas“ in den Stiernacken, sie laufen auf den Stier zu und stechen die Dolche ein, indem sie sich darauf stützen und gleichzeitig den Angriffen des Tieres ausweichen. Dann kommt die „hora de verdad“, die Stunde der Wahrheit. Der Torero erbittet die Erlaubnis zur Tötung des Stiers und widmet den Todesstreich einem Menschen, den er besonders schätzt oder auch den Zuschauern. Von jetzt an hat er noch genau 16 Minuten Zeit, um das Tier zu erlegen, ansonsten wird er unter Schmährufen aus der Arena gejagt. Er traktiert den Stier mit einem schweren, goldfarbenen Tuch und versucht sich immer weiter den Hörnern zu nähern. Dann nimmt er ein kleineres Tuch zur Hilfe und wartet bis der Stier so geschwächt ist, dass er den Kopf hängen lässt, so dass er mit dem Schwert auf die vorher markierte Stelle zwischen den Schulterblättern zielen kann. Dort erwischt er mit einem Stoss meist die Herzschlagader und das Tier ist sofort tot. Wenn nicht, bekommt es den Gnadenstoss, der vom Assistenten mit einem Dolch ausgeführt wird. Dem Torero stehen als Trophäe Ohr, Schwanz oder Huf des Tieres zu. Diese gesamte Zeremonie findet genau sechsmal statt, jeder Torero hat zwei Kämpfe.
Die Bewertung der Jury findet nach folgenden Kriterien statt:
- wie gut der Torereo den Stier beherrscht – „mandar“
- der Standfestigkeit des Toreros und seine Erscheinung beim Kampf – „parar“
- das Zeitgefühl und die rhythmischen Bewegungen – „templar“
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