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Corrido

Der Corrido zählt zu den erzählenden Liedgattungen, eine Variation der gesungenen spanischen Romanze. Wenn man ihn genauer betrachtet, ist er ein balladenartiges Gedicht mit zwanzig bis dreißig achtsilbigen Quartetten und wurde anfangs begleitet von der Gitarre oder dem kleineren Requinto, später kamen auch Geige, Harfe oder Akkordeon dazu. Das Grundschema der Erzählweise und des Strophenaufbaus wird in sechs Phasen variiert: dem Aufruf des Sängers an das Publikum, der Nennung vom Namen des Helden, Ort und Datum, seiner Taten, den Ereignissen, der Botschaft, dem Abschied des Protagonisten und des Helden. Es endet meistens mit „die Moral von der Geschichte“. Seine Geschichte geht zurück bis in die Kolonialzeiten, wurde aber im Laufe der Jahre von den Mexikanern so weit verändert, dass schon im 19. Jahrhundert kaum noch eine Gemeinsamkeit mit den spanischen Vorläufern zu finden war. Er wird in vielen anderen Ländern Lateinamerikas gespielt, ganz besonderer Beliebtheit erfreut er sich jedoch in Mexiko , wo er heute vor allem im Norden und Westen verbreitet ist. Damals war er die Zeitung der Analphabeten, was teilweise bis heute noch so ist. Er war eine Art Volkschronik der mexikanischen Revolution , die 1910 ausbrach. Damals gab es Corridos gegen die Invasion der "Gringos" auf mexikanischem Boden, es gab „Corridos Agraristas“ (über die Agrarreform) und Corridos über Pancho Villa und Zapata und andere Helden. Die Corridos waren meist anonym (jeder fügte etwas hinzu) und ihre Beliebtheit beim Volk war so stark, dass sie in Broschüren Verbreitung fanden, die sehr oft mit Holzschnitten des berühmten Künstlers José Guadalupe Posada illustriert waren. Zwei der populärsten Revolutions-Corridos waren: „La Adelita“ und „La Valentina“.

Auch heute noch besingen sie die Helden ihres Volkes, vom Fußballstar bis zum Stierkämpfer ist alles vertreten. Eine besondere Spezies sind die Corridos über die Drogenbarone und die Schmuggler, die "Narco-Balladen", diejenigen die ihre eigenen Gesetze machen, den Staat an der Nase herumführen und dafür vom Volk schauernde Bewunderung bekommen. Auch aktuelle politische Ereignisse werden verarbeitet, ein Beispiel aus den Neunzigern ist der "Corrido del Commandante Marcos", der von den Heldentaten des Zapatistenführers Subcommandante Marcos und seiner "Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung" , der EZLN ( = Ejercito Zapatista de Liberación Nacional), erzählt.

Zwei berühmte mexikanische Corrido Sänger sind: Judith Reyes und Oscar Chavez.

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