Curandero
Curandero, Singular männlich; Curandera ;Singular weiblich ;
Bis heute praktizieren in Mexiko unzählige traditionelle Heiler und Schamanen. Die moderne Medizin konnte ihr Wissen nicht verdrängen und nach wie vor vertrauen viele Mexikaner auf die Kraft der alten Heilpflanzen sowie die Erfahrung ihrer Naturheiler und sie suchen aus diesem Grunde regelmäßig Curanderos auf.
Der Grund, weshalb Curanderos aufgesucht werden, ist jedoch nicht nur in der rein physischen Natur zu suchen, sondern der Anlass für eine Behandlung kann zum Beispiel auch die Angst vor dem Verlust der Seele, einer Verhexung, eine Besetzung durch einen „bösen Geist“ oder Wut sein. Diese Dinge, die nach dem traditionellen Verständnis der indigenen Bevölkerung auf den Unmut der Götter zurückzuführen sind, führen zu einer Zerstörung des Gleichgewichtes zwischen Körper und Seele und lösen dadurch physische Krankheiten aus.
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Was ist ein Curandero/Curandera
Als Curanderos, oder auch Hueseros oder yerbateros genannt, bezeichnet man Personen, denen heilerische Fähigkeiten nachgesagt werden. Curanderos sind traditionelle Heiler, die ohne fachliche Ausbildung die Aufgaben eines Mediziners übernehmen. Ihr Wissen beziehen die Curanderos aus der eigenen Erfahrung, der Berufspraxis, den traditionellen Überlieferungen der Heilkunst, der Kenntnis über die Wirkungsweise der alten Heilpflanzen und Beschwörungsformeln.
Curanderos konzentrieren sich in der Regel auf ein spezielles Gebiet der Heilung und deren Durchführung. Zum Beispiel die „Knochensetzer“: Hierbei handelt es sich um Curanderos, die sich speziell auf das Richten von Knochen verstehen. Andere Curanderos zum Beispiel sind nur „zuständig“ für Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt. Wiederum andere Curanderos sind spezialisiert auf Kräutermischungen, Schwitzhütten (Temazcal), Gebete, „Sobadas“ (Energiemassagen) oder „Limpias“ (Reinigungen) des Körpers oder der Wohnhäuser, Banken, Geschäfte und Orte.
Obwohl alle bisher genannten Heilbehandlungen nach den überlieferten Traditionen sowohl von männlichen wie auch weiblichen Heilern (Curanderos) durchgeführt werden dürfen, gibt es eine Ausnahme. Landwirtschaftliche Rituale, wie zum Beispiel für die Fruchtbarkeit und den Schutz der Felder und des Viehs, dürfen nur von einem Curandero (männlicher Heiler) durchgeführt werden. Frauen dürfen bei diesen Ritualen noch nicht einmal anwesend sein.
Tradition
Die Tradition der Curanderos geht zurück bis in die Zeit der Azteken und Maya. Aus den Überlieferungen der Azteken ist bekannt, dass sie Heilpflanzen schon früh kultivierten und es spezielle Heiler gab, die zum Beispiel für die Austreiben einer Krankheit mittels „Saugen“ ( eine Praktik, bei der die Krankheit durch den Heiler aus dem Körper gesaugt wird), sowie für Geburtshilfe, Aderlass, Dampfbäder (Temazcal)oder Augenleiden zuständig waren.
Behandlungsformen
Neben einer Behandlung mittels Salben, Lotionen, Pulver auf Kräuterbasis, Gebete und Beschwörungsformeln führen Curanderos auch spezielle Behandlungen durch. Einige der bekanntesten sind die „Limpias“ (Reinigungen ) , Schwitzhütten ( Temazcal ) und „ Sobadas “ ( Energiemassagen) .
Kontakt
Wie bekommt man Kontakt zu einem Curandero/Curandera?
- Curanderos sind der Bevölkerung der Orte und Gemeinden bekannt. Ein einfaches Nachfragen, z.B. auf den Märkten der indigenen Bevölkerung ,führt fast immer zum Ziel.
- In San Cristóbal de Las Casas (Bundesstaat Chiapas) befindet sich das „Zentrum für die Entwicklung der Maya-Medizin“ (Centro de Desarollo de la Medicina Maya/CEDEMM). Ins Leben gerufen, um die traditionelle Medizin der Maya zu erhalten, wurde dieses Zentrum durch die OMIECH, Organisation der Indigenen Mediziner des Bundesstaates Chiapas (Organización de Médicos Indígenas del Estado de Chiapas/OMIECH).
Neben dem Zweck eines Museums, dient das Centro de Desarrollo de la Medicina Maya” auch als Beratungs – und Behandlungsstelle und es arbeitet dort ein Team aus Maya-Ärzten.
- Centro de Desarrollo de la Medicina Maya CEDEMM
- Av. Salomón González Blanco No. 10.
- Col. Morelos.
- San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, México.
- C.P. 29230. A.P.(Post Box) 117.
- Telefon: 0052-967-854 38
- Telefax: (967) 8 54 38.
- E - mail: omiech@laneta.apc.org
- Homepage
- Cuetzalan, ca. 300 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt gelegen.
Im Kreiskrankenhaus von Cuetzalan, "Hospital Integral", befindet sich hinter dem Haupttrakt eine eigene Abteilung, die Behandlungen durch Curanderos (Hueseros) durchführt. Ebenfalls befindet sich dort ein spezieller Raum, in dem Frauen ihre Kinder nach traditioneller Art in der Hocke zur Welt bringen können. Das kleine Krankenhaus besitzt zudem ein eigenes Herbarium mit Heilkräutern für die verschiedensten Arten der körperlichen Beschwerden. Die Vereinigung der indigenen Heiler der Region ( der Name in Nahuatl dafür lautet: "Masehualpajtli") bietet in der dem Krankenhaus angeschlossenen Apotheke verschiedene Tropfen (z.B. gegen Kopfschmerzen) und Salben ( z.B. gegen Rheuma) an.
- Catemaco. Catemaco liegt ca. 500 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt. Der Ort ist in ganz Mexiko bekannt als der Ort der Hexer, der Heiler, Curanderos und Schamanen.
- Der „Mercado Sonora “, auch als Hexenmarkt bekannt, in Mexiko-Stadt. Auf diesem Markt sind zum Beispiel nicht nur magische Pulver, Heilkräuter, Zauberamulette und Kultgegenstände wie Ritualkerzen erhältlich, sondern es werden auch „Heilbehandlungen“ durch Curanderos oder „Brujos“ (Hexen) durchgeführt.
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