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Dedazo

El dedo = span., Finger

Der "Dedazo" war die zwischen 1924 und 1999 übliche Form der Bestimmung eines Nachfolgers durch den jeweiligen Staatspräsidenten. Mit dem Fingerzweig seitens des mit autokratischer Macht ausgestatteten Mandatsträgers war in der Regel jedwede innere Kandidatendiskussion innerhalb der jahrzehntelang die Regierung stellende PRI ausgeschaltet. Nach der Bestimmung wurde der Kandidat nur noch formell durch die Partei ernannt und absolvierte eine von Akklamationen bestimmte Wahltour, an deren Ende der fast übliche Wahlsieg stand.

Tatsächlich hat es in der Geschichte der PRI trotz des "Dedazo" immer wieder erheblichen Widerstand gegen die eigenmächtige Bestimmung des Präsidentennachfolgers gegeben.

Der "Dedazo" verlor in einem sich öffnendem politischen System an Gewicht - 1988 schaffte Kandidat Carlos Salinas de Gortari trotz der Unterstützung durch die Regierung nur mit Wahlfälschungen den Sieg, sechs Jahre später wurde sein per "Dedazo" bestimmter Nachfolger Luis Donaldo Colosio im Wahlkampf ermordet, der Nachfolger und (in den Wahlen siegreiche) Zedillo war jedoch ebenfalls per "Dedazo" bestimmt worden.

Erst zu den anstehenden Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 gab Präsident Zedillo den Dedazo auf und ließ eine parteiinterne Kandidatenbestimmung zu, die 1999 stattfand. Die seit den verlorenen Wahlen in der Opposition stehende PRI hat für die nächsten Präsidentschaftswahlen 2006 erneut eine parteiinterne Kandidatenauswahl eingeleitet, Kritiker werfen dem bisherigen Parteichef und "starken Mann" der Partei, Roberto Madrazo eine Behinderung der anderen Aspiranten auf die Kandidatur. Auch der derzeit (bis 2006) regierende Staatspräsident Vicente Fox von der PAN hat auf den "Dedazo" verzichtet und ein parteiinternes Auswahlverfahren mit Urabstimmungen in den einzelnen Bundesstaaten akzeptiert.