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Diego de Landa

Bücherverbrennung in Mani
Bücherverbrennung in Mani

Diego de Landa (geb. 1524 Guadalajara, Spanien, gest. 29.4.1579 Mérida, Yucatán).

Spanischer Franziskaner-Mönch, ging 1547 mit fünf Ordensbrüdern nach Yucatán. Dort wurde er zum Klostervorsteher von Izamal und später zum Vorsteher aller Klöster von Yucatán und Guatemala. Obwohl de Landa sich sehr für die Kultur der Maya interessierte, war er von Eifer gegen alles "Heidnische“ getrieben und sein Interesse für diese Kultur hielt ihn auch nicht davon ab, Folterverhöre gegen sie durchzuführen. Sein fanatischer Eifer gipfelte schließlich 1562 in einer gigantischen Bücherbrennung in Mani.

Bücherverbrennung

Diego de Landa ließ in Mani, einem Kulturzentrum der Maya, Tausende von Götterfiguren und eine Vielzahl von Handschriften vernichten. Eine Gedenktafel, die ein Geschichtsverein der Maya herstellen ließ, berichtet:

"Hier in diesem Ort Mani, im Jahre 1562, führte Fray Diego de Landa auf dem Vorplatz des Konventes der Franziskaner das verdammenswerte Autodafé (lateinisch: actus fidei=feierliche Vollstreckung eines Inquisitionsurteils) durch, bei dem mehr als 10 000 Indios umkamen. Man zerstörte 5000 Götterstatuen (idolos) von unterschiedlicher Form und Größe, 13 große Steine, die als Altäre dienten, 22 kleine Steine, die für religiöse Zwecke gebraucht wurden, 27 hirschlederne Schriftrollen mit Hieroglyphen, die das historische Verzeichnis der Kultur und Zivilisation der Mayas enthielten, und 197 Gefäße für den religiösen Gebrauch. Dieses alles wurde zerstört auf einem riesigen Scheiterhaufen der Inquisition. Und noch nach vielen Jahrhunderten weint der Indio in der Stille der Nacht; das ist die Geschichte, die er von seinen Vorfahren gehört hat, in der man von der Zerstörung des letzten Reiches der Tutul-Xiu erzählt, das in dieser Provinz von Mani bestand."

Nur vier alte Maya-Handschriften entgingen seinem Vernichtungswerk, und zwar dadurch, dass spanische Söldner sie als Beutegut heimlich entwendeten. Eine dieser Handschriften fand ihren Weg nach Dresden, wo sie heute als "Dresdner Codex" ein Kleinod in der Sächsischen Landesbibliothek ist.

Anklage gegen de Landa

1563 wurde de Landa in Spanien wegen Überschreitung seiner Befugnisse angeklagt. Eingeleitet wurde dieses Verfahren von seinem vorgesetzten Bischof, dem das Massenmorden seines „Bruders“ unheimlich geworden war. Als Rechtfertigung verfasste de Landa daraufhin 1566 die "Relación de las cosas de Yucatán" (Bericht über die Angelegenheiten von Yucatán) mit detaillierten Informationen über Traditionen, Rituale und Mythen, über den Kalender ,das Schriftsystem der Maya und fügte hinzu, all das sei Aberglaube, "Täuschungen des Teufels", die ausgerottet gehörten. De Landa gelang es, seine Richter zu überzeugen und wurde freigesprochen. 1573 durfte er als Bischof von Yucatán nach Mexiko zurückkehren. De Landa starb am 29.April 1579 in Mérida.