Egon Erwin Kisch
Egon Erwin Kisch, tschechisch-deutscher Emigrant in Mexiko, geb. 29.4.1885 Prag, damals Kaiserreich Österreich-Ungarn), gest. 29.3.1848 Prag, damals Tschechoslowakische Republik)
Der "Rasende Reporter" war ein überaus bekannter Publizist und Journalist der deutschen Weimarer Republik zwischen 1918 und 1933. Politisch den Kommunisten zuneigend, musste Kisch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen. 1939 emigrierte er nach Mexiko, wo er bis 1946 leben sollte. Nach seiner Rückkehr nach Prag starb er 1948 an einem Herzschlag. Nach ihm ist einer der renommiertesten Journalistenpreise bezeichnet.
Kisch ist in Mexiko vor allem für seine 1945 veröffentlichte Sammlung etlicher Reiseeindrücke bekannt. "Descubrimientos en México" ("Entdeckungen in Mexiko") schildert im ureigensten Stil des Journalisten die Eindrücke des Landes auf ihn selbst: Im Interviewstil stellt Kisch Fragen angesichts seiner Eindrücke, sei es die Geschichte der mexikanischen Pyramiden, der französischen Intervention ("Maximilian und Marx"), Hahnenkämpfe oder eines Essays über den Kaktus: Stets beschrieb Kisch das Wesen Mexikos auf eine unterhaltsame, aber analysenhafte Art. Ein Glanzpunkt des Werkes ist "Nace un volcán", in der Kisch die Entstehung des Vulkans Paricutín anschaulich darstellte.
Literatur
- Egon Erwin Kisch, Entdeckungen in Mexiko, Mexiko 1945
- Karin Ceballos Betancur, Egon Erwin Kisch in Mexiko, Frankfurt/M. 2000 (Rezension hier)