Elba Esther Gordillo Morales
Politikerin, geb. 6.2.1945 in Comitan in Chiapas.
Elba Esther Gordillo Morales gehört zu den einflussreichsten Politikerinnen des Landes sowie bis zu ihrem Austritt innerhalb der PRI. Gordillo studierte Geschichte an der Escuela Normal Superior. Ab 1970 gehörte sie der SNTE (Lehrergewerkschaft) an, in der sie aufstieg: 1971-1973 Sekretärin für Arbeit, 1977-1980 Generalsekretärin der 36.Sektion der SNTE, 1983-1986 Finanzsekretärin und schließlich nach von ihr erzwungener Ablösung des Amtsinhabers Carlos Jonguitud Barrios 1989 Generalsekretärin der Gewerkschaft (bis 1995). Den Aufstieg an die Spitze der Gewerkschaft hatte sie auch der Patenschaft ihres Mentors zu verdanken, der die SNTE fast zwei Jahrzehntelang lang wie ein ein autokratischer Fürst beherrscht hatte. 2004 wurde sie zur Präsidentin auf Lebenszeit ernannt. Kritiker werfen Gordillo vor, die SNTE, die in der PRI über großes Gewicht verfügt, für machtpolitische Zwecke einzusetzen.
Innerhalb der PRI (Mitglied seit 1970) stieg Gordillo parallel dazu ebenfalls auf. 1979-1982 und 1985-1988 war sie Abgeordnete im Bundeskongress, 1997-2000 Senatorin für Chiapas. Im März 2002 wurde sie zur Generalsekretärin der PRI gewählt. Den gleichzeitigen Posten als Fraktionschefin der Partei im Abgeordnetenhaus (ab 2003 nach den Parlamentswahlen des gleichen Jahres) verlor sie jedoch nach nur acht Monaten Amtszeit im Dezember 2003 nach einer Kampagne des Parteichefs Roberto Madrazo, zeitweilig war von einem Parteiausschlussverfahren die Rede: Gordillo, der eine politische Freundschaft zu Staatspräsident Vicente Fox vorgeworfen wurde, hatte mit diesem Gespräche über Wirtschaftsreformen aufgenommen, in den entscheidenden Abstimmungen hatte sie aber nicht die Mehrheit der Fraktion hinter sich, das Projekt scheiterte. Im April 2004 gab sie ihr Abgeordnetenmandat auf.
Gegen Gordillo wurde seitens der PRI seitdem der Vorwurf erhoben, sie unterstütze offen die Gründung einer der SNTE nahestehenden Partei. Ihr Versuch, Madrazo im Amt des Parteichefs im August 2005 zu beerben, scheiterte an der Gegnerschaft des Amtsinhabers, der seinen eigenen Kandidaten Mariano Palacios (Wahl vom 13.August 2005) durchsetzen konnte. Gordillos Versuch, diese Wahl vor dem Wahlgericht anzufechten, war erfolglos, das Gericht anerkannte die Wahl an. Am 21.September 2005 trat Gordillo daher von ihrem Amt als Generalsekretärin der PRI zurück - sie blieb jedoch weiterhin Parteimitglied. Ende Mai 2006 forderte die Führungsspitze der Partei ihren Ausschluss wegen Unterstützung anderer Kandidaten und Parteien ("Partido Nueva Alianza") im Präsidentschaftswahlkampf 2006. Am 13. Juli 2006 wurde sie ausgeschlossen. Gordillo erklärte am Tag darauf, sie fühle sich "geehrt" und warf einer "Kamarilla" innerhalb der Partei vor, ihren Ausschluss betrieben zu haben.
Veröffentlichungen
- La construcción de un proyecto sindical, 1995
- Tiempo y oportunidad, o.J.