Fresas und Nacos
"Fresa" span. "Erdbeere", in Mexiko auch Bezeichnung für Jugendliche der Oberschicht oder Jugendliche, die ein konsumorientiertes Verhalten an den Tag legen.
"Naco" span. "Teil, Stück", in Mexiko auch Bezeichnung für Angehörige der Unterschicht.
"Fresa" und "Naco" sind umgangssprachliche Bezeichnungen für Jugendliche und Jungerwachsene der Ober- respektive der Unterschicht. Wer "Fresa" ist, hat Geld und pflegt dies nach außen zu zeigen. Ein "Naco" hingegen entspricht in etwa dem deutschen "Proll". Zwischen beiden "Welten" liegen klare Trennungslinien: Ein "Naco" geht nicht mit einer "Fresa" aus und umgekehrt. Dabei sind beide Begriffe geschlechtsneutral. Die Begriffsunterscheidung ist mexikanisch, der Gegensatz hingegen in jeder Gesellschaft vorhanden (Vgl. in Deutschland "Snob" und "Proll").
Vorurteile sind im Alltag leicht klarzumachen. So erkennt man angeblich "Fresas" und "Nacos" an der Sprache ("Güey"), Bekleidung, Kauf- und Freizeitverhalten. Die Buchhandlung "Gandhi" warb 2002 mit dem Spruch "Leer, Güey, aumenta, güey, tu vocabulario, güey". In Mexiko-Stadt beispielsweise sind das Highend-Viertel Polanco und die Konzerte im teuren Auditorio Nacional gängigerweise "Fresa"-Angelegenheit. Gratisaufführungen auf dem Zócalo in unmittelbarer Nachbarschaft der ärmeren Stadtteile und die chaotischen Straßenmärkte werden hingegen von "Nacos" besucht. "Fresas" fahren einen Familienvan, "Nacos" benutzen die U-Bahn und den "Pesero ".
Die mexikanische Filmindustrie hat den Gegensatz immer wieder aufgegriffen, zuletzt im Film "Amar te duele", in dem es um eine "unmögliche" Romeo-Julia-Beziehung zwischen einem "Naco" und einer "Fresa" geht.
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