Gesundheitsversorgung

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Mexiko hat in den letzten Jahren sein Gesundheitswesen verbessert. Die städtische Bevölkerung hat zu 80 Prozent und die ländliche Bevölkerung zu ca. 60 Prozent Zugang zum Gesundheitswesen. Allerdings geht das staatliche Sozialversicherungs-Institut (IMSS) davon aus, dass rund 10 Millionen Mexikaner nicht von der Gesundheitspolitik erfasst werden.

  • 60 Prozent der mexikanischen Kinder unter 15 Jahren gelten als unterernährt.
  • Fehlendes Trinkwasser führt jährlich zum Tod zahlloser Kleinkinder.
  • Sinkende Löhne und die damit verbundene Armut lässt die klassischen Armutskrankheiten wie zum Beispiel Tuberkulose, Darmerkrankungen und Chagas wieder stark anwachsen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Mexiko beträgt bei Frauen 74,9 Jahre und bei Männern 68,7 Jahre .

Inhaltsverzeichnis

Stadt

In den Städten ist die medizinische Versorgung gut bis sehr gut. Aufgrund der staatlichen Sozialversicherung ("Instituto Mexicano del Seguro Social" , kurz: IMSS), zu dem unter anderem auch die Krankversicherung für Arme gehört, hat die Bevölkerung der ärmeren Schichten ebenfalls Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die Gesundheitsversorgung der ärmeren Bevölkerung erfolgt in staatlichen Krankhäusern, deren Ruf allerdings nicht immer der beste ist.

Ländliche Gegenden

In Mexiko leben ca. 25 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze. In den ländlichen Gebieten kann sich nur ca. 70 Prozent der Bevölkerung das Nötigste zum Leben leisten. Zu den Bundesstaaten mit der höchsten Armutsrate gehören Chiapas , Hidalgo , Oaxaca , Puebla und Yucatán . In diesen ländlichen Gegenden gibt es zum einen zu wenig medizinisches Personal, zum Bespiel teilen sich in der östlichen Sierra Madre ca. 2000 Einwohner einen Arzt, und zum anderen kann sich die Bevölkerung aus gründen der Armut keine ausreichende Gesundheitsversorgung leisten. Zu der von Armut am stärksten betroffenen Gruppe zählt die indígene Bevölkerung .

Indígene Bevölkerung

Jährlich sterben immer noch ca. 15.000 Indígenas in Mexiko an Krankheiten, die mit einer guten und ausreichenden medizinischen Versorgung heilbar gewesen wären. Laut einer Information der Organisation „Ärzte ohne Grenzen e.V“ ( Homepage ) sind schätzungsweise 1,7 Millionen Menschen von der parasitären Krankheit Chagas betroffen. Sie wird durch den Biss einer Raubwanze, der so genannten Triatoma, übertragen. Diese findet sich ausschließlich dort, wo Menschen in sehr großer Armut leben. In den provisorischen Armensiedlungen, die sich in den letzten Jahren um San Cristóbal de las Casas , im Bundesstaat Chiapas , herum ausgebreitet haben gibt es kein Trinkwasser , keine Kanalisation, oft keinen Strom und "natürlich" keine Krankenhäuser, Ärzte, Kindergärten oder Schulen. Hier sind die Straßen nicht gepflastert und die Häuser bestehen aus Brettern, Karton und Wellblech.

Als Folge dieser schlechten Wohn- und Lebensbedingungen leiden Bewohner dieser Siedlung an sogenannten Armutskrankheiten, zum Beispiel Lungenentzündung, Bronchitis, Magen- Darm- und Durchfallerkrankungen. Zwar wird in San Cristóbal unentgeltliche ambulante Behandlung angeboten, aber sprachliche und kulturelle Unterschiede machen den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen für die meisten dieser Familien schwierig.


Folgen unzureichender Gesundheitsversorgung sind zudem: Tuberkulose, Probleme vor, während und nach der Entbindung, unbehandelte Blutarmut in folge der durch Armut verursachten Mangelernährung ( mittlerweile sind davon 26 Prozent der Frauen zwischen 12 und 49 Jahren betroffen), Tod durch nicht medizinisch durchgeführte Schwangerschaftsabbrüche. Die Gesundheitsbehörde IMSS ( "Instituto Mexicano del Seguro Social" ) schätzt, dass in Mexiko rund 700.000 Schwangerschaften pro Jahr abgebrochen werden. Das ist die Hälfte aller Schwangerschaften. Der Versuch einer staatlichen Geburtenkontrolle hat jedoch in der Praxis dazu geführt, dass Frauen ohne ihre Zustimmung sterilisiert oder ohne entsprechende Information oder ärztliche Untersuchung zur Verhütung gedrängt werden.

Nach einer Studie des „Nationalen Institutes für Indígena-Angelegenheiten (Instituto Público Nacional Indigenista, kurz: INI Homepage), des Nationalen Bevölkerungsrates (Consejo Nacional de Población, kurz: CONAPO Homepage) und dem UN-Programm für Entwicklung (United Nations Development Programme,kurz: UNDP Homepage) haben 86 Prozent der indígenen Bevölkerung keinen rechtlichen Anspruch auf Gesundheitsvorsorge.

Traditionelle Heilbehandlungen

Da sich die indigene Bevölkerung aus finanzieller Not nur selten, oder auch gar nicht, einen Arzt der modernen, westlichen Medizin erlauben kann, sind die Schamanen oder auch die Curanderos für sie ein lebenswichtiger Bestandteil und oft die einzige Möglichkeit Heilung zu erfahren. Aber Schamanen und Curanderos sind nicht nur Heiler indigener Bevölkerungsgruppen, sondern auch viele Mexikaner suchen regelmäßig ihre Dienste auf.


Hinweis: Siehe hierzu auch Gesellschaft

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