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Halconazo

Der „Halconazo“ (Von „Halcón“ (span.) = Falke) ist die Bezeichnung für ein Massaker an Studenten in Mexiko-Stadt am Fronleichnamstag („Día de Corpus Cristi“), dem 10.Juni.1971.

Beim Überfall der paramilitärischen Gruppe „Los Halcónes“ starben mindestens 12 Menschen, andere Quellen sprechen von bis zu 70 Toten. Der Angriff auf die im westlichen Stadtviertel San Cosme demonstrierenden Studenten, die den Streik in der Universidad de León in Monterrey unterstützten (Universitätsreform, Freiheit politischer Gefangener), diente der Einschüchterung der linksgerichteten Opposition und wurde planmäßig vorbereitet. Das Massaker gilt zusammen mit dem Massaker von Tlaltelolco als Ausgangspunkt der Guerra Sucia der mexikanischen Regierung gegen radikale Oppositionelle und Guerillas.

Die Verantwortlichen wurden jahrzehntelang nicht zur Rechenschaft gezogen. Zwei Versuche einer Sonderstaatsanwaltschaft, den damaligen Staatspräsidenten Luis Echeverría wegen desser Mitverantwortung anzuklagen, wurden 2004 und 2005 vom Obersten Gerichtshof des Landes aus unterschiedlichen Gründen abgewiesen. Im April 2006 lehnte das SCJN eine Aufnahme eines Untersuchungsverfahrens zum Halconazo ab, begründet wurde dies mit bereits laufenden Ermittlungen anderer Untersuchungsbehörden sowie der Verjährung. Den Antrag hatte der Regierungschef des Bundesdistrikts, Juan Encinas eingereicht.

Literatur

  • Gerardo Medina Valdés, Operación 10 de Junio, 1972 (Rezension: [1])