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Heilige Bündel

Der Kult des „Heiligen Bündels“ wurde in der präkolumbischen Zeit von einem Großteil der indigenen Völker in Nord- ,Süd- und Mesoamerika praktiziert.

Für die indigenen Völker der präkolumbischen Zeit bildeten diese „Heiligen Bündel“ eine Verbindung zwischen der Welt in der sie lebten, und der Welt der Götter. Laut ihrer Auffassung gab es eine Zeit, in der die Götter noch auf Erden weilten. Nachdem die Götter in ihre Welt (Himmel) zurückkehrten, ließen sie ihnen das „Heilige Bündel“ als Geschenk zurück. In manchen Überlieferungen heißt es aber auch, dass Götter vom Himmel herabstiegen, um ihnen ein „Heiliges Bündel“ zu überreichen. Der tatsächliche Ursprung des „Heiligen Bündel“-Kultes bis heute nicht feststellbar.

Obwohl diese Überlieferungen Raum für vielerlei Spekulationen bieten, ist die Existenz der „Heiligen Bündel“ mehr in einem mythologischen Kontext zu betrachten.

Inhaltsverzeichnis

Mexiko: „Heilige Bündel“

 Bild -1-: Ausschnitt aus dem Codex Boturini: Das „Heilige Bündel“ befindet sich in einer Höhle. Sprachvoluten lassen erkennen, dass das Bündel spricht
Bild -1-: Ausschnitt aus dem Codex Boturini: Das „Heilige Bündel“ befindet sich in einer Höhle. Sprachvoluten lassen erkennen, dass das Bündel spricht
 Bild -2-:Ausschnitt aus dem Codex Boturini: Dargestellt sind vier so genannte Bündelträger
Bild -2-:Ausschnitt aus dem Codex Boturini: Dargestellt sind vier so genannte Bündelträger
 Bild-3-:Ausschnitt aus dem Codex Boturini: Zwiesprache mit dem „Heiligen Bündel“.
Bild-3-:Ausschnitt aus dem Codex Boturini: Zwiesprache mit dem „Heiligen Bündel“.

Das „Heilige Bündel“, in Náhuatl lautet der Name „Tlaquimilolli“, war in der präkolumbischen Zeit eine Verkörperung, der von der jeweiligen Bevölkerung speziell verehrten Gottheit. Bei den Méxica war dies zum Beispiel Huitzilopochtli . Ein „Heiliges Bündel“ beinhaltete Knochen und Gegenstände einer Person, die nach ihrem Tod zu einem Gott geworden war oder auch andere Gegenstände, die durch Mythen mit einer ihrer Gottheiten in Verbindung standen. Diese mythischen Gegenstände wurden in ein Tuch gewickelt und in ihrem Tempel aufbewahrt. In Tenochtitlán befand sich zum Beispiel ein Tempel, der so genannte „Coateocalli“ der speziell dafür errichtet wurde, um in ihm die „Heiligen Bündeln“ unterworfener Völker aufzubewahren (einzusperren).

Bei Wanderungen, und der damit verbundenen Suche nach neuem Lebensraum, nahm die Bevölkerung ihr „Heiliges Bündel“, das von speziellen Bündelträgern getragen wurde, mit.

Azteken

Über die legendäre Wanderung der Azteken , von dem mythischen Ort Aztlán nach Tenochtitlán ( dem heutigen Mexiko-Stadt wird berichtet, das zuvor das „Heilige Bündel“ , in dem sich ihr Gott Huitzilopochtli befand, die Azteken auforderte, diese Wanderung zu unternehmen. Dargestellt wird das „sprechende“ Bündel und der Beginn ihrer Wanderung im „ Codex Boturini“. In dem Codex befindet sich das „Heilige Bündel“ in einer Höhle (siehe hierzu Bild -1-). Anhand von so genannten Sprachvoluten, die sich nach allen Seiten über die Höhle hinaus ausbreiten, wird angezeigt, dass dieses Bündel „sprechen“ konnte. Aufgrund dessen, dass es in anderen Überlieferung heißt, dass dem religiösen Führer der Azteken der Gott Huitzilopochtli im Traum erschienen ist und sie zu dieser Wanderung aufforderte, fällt das Bild des „sprechenden“ Bündels mehr in den Raum der bildlichen Übertragung.

Bei der Wanderungen der Azteken wurde das „Heilige Bündel“ von vier Bündelträgern getragen. Anhand von Sprachvoluten ist wieder zu erkennen, dass das „Heilige Bündel“ spricht. Siehe hierzu Bild -2- .

In den mythischen Überlieferungen heißt es weiter, dass das „Heilige Bündel“ ihnen ihren Weg wies und dabei ein strenger Führer war. Siehe hierzu Bild -3-. Dort ist die Zwiesprache mit dem „Heiligen Bündel“ zu erkennen.

Bernardino de Sahagún schreibt über das „Heilige Bündel“ in seiner “Historia General de las Cosas de la Nueva España“: [……..(Das Götterbild – das Heilige Bündel ) „sprach ohne Unterlass zu ihnen und sagte ihnen, was sie zu tun hätten.“…..].

Maya

Das „Heilige Bündel“ wurde bei den Maya „Ikats“ genannt. Die Darstellung eines „Heiligen Bündels“ der Maya ist zum Beispiel gut zu erkennen in der Ausgrabungsstätte von Yaxchilán . In einem Türsturz ist ein tanzender König mit einer seiner Frauen dargestellt. Diese Frau trägt ein Bündel in der Hand , auf dem in Hieroglyphen-Schrift der Name „Ikats“ zu erkennen ist.

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