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Herrschaft des PRI (Zeittafel)

Siehe auch: Geschichte | Zeittafel

Herrschaft des PRI

  • 1942 - Kriegserklärung an Deutschland, Italien und Japan.
  • 1942 - Beginn des Bracero-Programms (bis 1964).
  • 1944-1945 - Entsendung einer Luftwaffen-Einheit ("Escuadrón 201") an den pazifischen Kriegsschauplatz
  • 1944 - In New York gründen die mexikanischen Musiker Chucho Navarro und Alfredo Gil zusammen mit dem Puertoriqueño Hernando Aviles die Band "Los Panchos" - bis in die siebziger Jahre die erfolgreichste Son/Bolero-Musikformation in Lateinamerika.
  • 1955-1952 - Unter Präsident Lucas Alemán nimmt die Korruption des politischen Systems zu. Die Hauptstadt beginnt sich massiv auszudehnen. Eröffnung der Universitätsstadt der UNAM.
  • 1952-1958 Präsident Adolfo Ruiz Cortines fördert die Infrastruktur (Ausbau der Häfen, Gründung des Instituto Politécnico Nacional).
  • 1953 - Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts.
  • 1954 - 13.Juli, Tod der Künstlerin Frida Kahlo.
  • 1955 - Juan Rulfo veröffentlicht Pedro Paramo. Der Roman gilt als einer der wichtigsten Werke der mexikanischen Literatur.
  • 1957 - 28.Juli, Erdbeben in Mexiko-Stadt.
  • 1957 - 24.November, Tod des Künstlers Diego Rivera.
  • 1962 - Schriftsteller Carlos Fuentes veröffentlicht "La muerte de Artemio Cruz]], eines seiner wichtigsten Werke.
  • 1968 - Blutige Niederschlagung von Studentenunruhen (Tlatelolco) im Vorfeld der Olympischen Spiele im gleichen Jahr.
  • 1970 - Juni: Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko. Die Nationalmannschaft erreicht das Viertelfinale. 6.November: Tod des international erfolgreichen Komponisten Agustín Lara Aguirre del Pino ("Granada").
  • 1970-1974 - Guerillaaktionen und "Schmutziger Krieg"-Gegenaktionen des Militärs im Bundesstaat Guerrero. 1974 Tod des Guerillaführers Luis Cabañas.
  • 1970-1976 - Präsident Luis Echeverría fördert den Ausbau touristischer Zentren. Mexiko wird Ölmacht, aber zunehmende Wirtschaftskrise aufgrund massiver Auslandsschulden.
  • 1971 - In Valle de Bravo findet mit 250.000 Teilnehmern das Rockfestival von Avándaro statt.
  • 1974 - Erster indigener Kongress in San Cristóbal de las Casas, organisiert von der Diözese des Bischofs Samuel Ruiz.
  • 1977 - Oaxacas Gouverneur Manuel Zárate Aquino wird wegen monatelanger Studentenproteste von der Bundesregierung zum Rücktritt gezwungen, Einheiten der Bundesarmee stellen die Ordnung her in Oaxaca. Auf Zárate folgt bis 1980 ein General als Gouverneur.
  • 1982 - Präsident José López Portillo y Pacheco (seit 1976) verstaatlicht an seinem letzten Amtstag die nationalen Banken angesichts der gewaltigen Schuldenlast.
  • 1982-1988 - Präsident Miguel de la Madrid. Die folgenden Jahre stehen unter Sparmaßnahmen und vorsichtiger wirtschaftlicher Öffnung des Landes.
  • 1984 - 19.September, in San Juan Ixhuatepec (im Ballungsraum von Mexiko-Stadt) sterben zwischen 500 und 650 Menschen, als eine Ölverarbeitungsanlage explodiert. Über 2.500 Einwohner werden verletzt. Die Katastrophe gilt als größtes mexikanisches Betriebsunglück des 20.Jahrhunderts.
  • 1984 - November, Gründung der EZLN: Soziale Ungerechtigkeiten und Rassismus gegenüber der indigenen Bevölkerung in der Sierra Madre von Oaxaca und den Altos von Chiapas veranlasst fünf Männer und eine Frau (drei Indigenas, drei Weiße), die revolutionäre Bewegung EZLN nach der Che Guevara-Focustheorie zu gründen.
  • 1985 - 19. September, Mexiko-Stadt wird von einem schweren Erdbeben erschüttert. Besonders schlimm betroffen sind die inneren Stadtbezirke mit geschätzten 20.000 Toten. Die Herrschaft der PRI erfährt einen Ansehensverlust angesichts unfähiger Behörden und offensichtlichen Korruptionssfällen bei Bauvergaben.
  • 1986 - Erneute Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, welches die Ausrichtung erst nach Kolumbiens Absage 1983 übernommen hatte. Im Viertelfinale unterliegt der "TRI" (Nickname der Nationalmannschaft) Deutschland im Elfmeterschießen.
  • 1988-1994 - Carlos Salinas de Gortari, Kandidat der Regierungspartei PRI, gewinnt nur mit sehr geringem Abstand vor dem einstigen parteiinternen Kritiker Cuauhtémoc Cárdenas die Präsidentschaftswahlen (Vorwurf massiver Wahlfälschung). Salinas setzt die als Salinismus bekannte Wirtschaftsliberalisierung massiv fort, ausländisches Kapital fließt ins Land. Reprivatisierung der Banken und staatlicher Unternehmen. Im Innern weitere zaghafte Öffnung des autoritären politischen Systems, erste Annahme oppositioneller Wahlerfolge.
  • 1988 - 15.September, Hurrikan "Gilberto" überflutet die Halbinsel Yucatán und fordert sechs Menschenleben.
  • 1989 - Mit dem sogenannten Quinazo bringt Gortari die einflussreiche und ihm feindlich gesinnte Gewerkschaft der PEMEX-Angestellten unter seine Kontrolle.
  • 1989 - Cuauhtémoc Cárdenas gründet die PRD.
  • 1992 - 22.April: Bohrarbeiten in Guadalajara in einem Haus des Stadtteils Reforma lösen eine Kettenreaktion aus, als Funken darunterliegende Öl- und Gaspipelines zur Explosion bringen. 212 Menschen sterben aufgrund des Unglücks, 1.500 werden verletzt. Ebenso wie beim Unglück von 1984 in San Juan Ixhuatepec weigert sich die staatliche Monopolgesellschaft PEMEX, die direkte Verantwortung zu übernehmen.
  • 1992 - Juni: Gründung der Umweltschutzbehörde PROFEPA (Procuraduría Federal de Protección al Ambiente) als Reaktion auf das Unglück von Guadalajara vom 22.April des gleichen Jahres.
  • 1993 - 20.April: Tod von Mario Moreno Reyes, besser bekannt als Filmkomiker "Cantinflas". 24.Mai: In Guadalajara wird Kardenal Jesús Posadas Ocampo auf dem Flughafen erschossen, als er in einen Schusswechsel zwischen Mafiaangehörigen und der Polizei gerät. Zweifel an dieser (offiziellen) Version des Unglücks können jedoch nie ausgeräumt werden, es bleibt der Verdacht eines gezielten Attentats. Oktober: Beginn des Baus hochmoderner Schutzzäune entlang der mexikanischen-US-Grenze bei Tijuana durch US-Grenzbehörden (Operation "Guardian"). Die USA wollen damit die illegale Migration in ihr Land blockieren, das Resultat ist jedoch ein Ausweichen der "Indocumentados" auf unbewachte Wüstengrenzzonen.
  • 1994 - 1.1.: Das Freihandelsabkommen mit USA und Kanada (NAFTA) markiert den Höhepunkt der Salinas-Wirtschaftspolitik, gleichzeitig aber erfolgt ein Aufstand im südlichen Bundesstaat Chiapas durch die EZLN. Politische Krise (Ermordung des offiziellen Präsidentschaftskandidaten Luis Donaldo Colosio und des PRI-Generalsekretärs Ruiz Massieu) und Rezession der mexikanischen Wirtschaft: Massive Währungsabwertung und Bankenkrise Dezember 1994.
  • 1994-2000 - Präsident Ernesto Zedillo schwankt hinsichtlich des Chiapas-Konflikt zwischen Verhandlungen und militärisch-polizeilicher Lösung. Die wirtschaftliche Rezession hält bis 1997 an.
  • 1995- Eine militärisch angedachte Lösung des Chiapas-Konflikt (Februar-Armeeoffensive) wird nach internationalen Protesten erfolglos abgebrochen. Zur Stützung der Finanzbranche wird der FOBAPROA aktiviert, durch den jedoch auch die Korruptionsgelder und -kredite der Salinas-Ära durch den Staat übernommen werden. Die Regierung anerkennt die "Comisión Nacional de Intermediación" (CONAI) unter dem Bischof von Chiapas, Samuel Ruiz, als Vermittler im Chiapas-Konflikt an, im März verabschiedet der Bundeskongress ein Amnestiegesetz ("Ley para el Diálogo, la Conciliación y la Paz Digna"): Wiederaufnahme der Friedensgespräche, Aufhebung der Militäroperationen gegen die EZLN und der Haftbefehle gegen deren mutmaßlichen Führer. Eine internationale Hilfskarawane "Para Todos Todo" (Für alle alles) bringt 180 t Hilfsgüter nach Chiapas (24. März-2. April), Ende März organisiert sich eine Pilgerdemonstration von 20.000 Menschen zur Unterstützung von Bischof Samuel Ruiz. Mehrere hunderttausende Menschen demonstrieren auf der weltweit größten Mai-Demonstration gegen die Regierungspolitik, für Solidarität mit den Zapatisten, für die Freilassung der politischen Gefangenen und für die Beschäftigten der hauptstädtischen Busgesellschaft Ruta-100. Ende Mai: Im südmexikanischen Bundesstaat Tabasco werden zwei Politiker der PRD ermordet. Seit 1988 sind damit mehr als 320 Mitglieder und Anhänger dieser linksgerichteten Partei ermordet worden. 19. Juni: In Aguas Blancas im Bundesstaat Guerrero überfallen Sicherheitskräfte des Bundesstaates 60 Mitglieder der Bauernvereinigung "Organización Campesina de la Sierra Sur" (OCSS), die auf dem Weg zu einer Demonstration waren, dabei sterben 17 Menschen. Innenminister Esteban Moctezuma muss wegen des Massakers zurücktreten, Nachfolger wird Emilio Chuayffet. 8. August: Großdemonstration von fast 200.000 Menschen vor dem Nationalpalast in Mexiko-Stadt anlässlich des ersten Jahrestags des ersten "Nationalen Demokratischen Konvents" in der Selva Lacandona. August: 1,3 Millionen Menschen nehmen an der von der EZLN ausgerufenen "Nationalen Befragung für den Frieden und die Demokratie" teil. Die Mehrheit spricht sich für eine Umwandlung der Rebellenarmee in eine politische Kraft.
  • 1996 - Erstmaliges Auftreten einer neuen Guerillabewegung im Bundesstaat Guerrero unter dem Namen "EPR" (Ejercito Popular Revolucionario) genau ein Jahr nach dem Massaker von Aguas Blancas. Seitdem sporadische Zusammenstöße mit Armeeeinheiten, 1998 Abspaltung der EPRi von der EPR. Januar: Die FZLN "Frente Zapatista de Liberación Nacional - Zapatistisches Bündnis der Nationalen Befreiung" entsteht als umfassende politische Bewegung "zivilen, friedlichen, unabhängigen und demokratischen" Charakters, die weder als Partei organisiert sein noch die Übernahme der Macht anstreben soll. Februar: Vertreter von Regierung und EZLN unterzeichnen in San Andres Larraínzar die ersten - und bislang einzigen - Teilabkommen, in denen relativ weit gehende Selbstbestimmungsrechte indigener Gemeinschaften und Völker festgelegt sind. Ein erster darauf basierender Entwurf für ein "Indigena-Gesetz" wird aber im Dezember durch Präsident Ernesto Zedillo verworfen. Oktober: Gründung des Nationalen Indigena-Kongresses (CNI) unter dem Motto: "Nie wieder ein Mexiko ohne uns!"
  • 1997 - Die Parlamentswahlen erbringen erstmals keine absolute Mehrheit für die Regierungspartei PRI. Auch die erstmalige Wahl des Regierungschefs des Bundesdistrikts und damit der Hauptstadt wird durch die PRD (und deren Gründer Cuauhtémoc Cárdenas) entschieden. Am 9.Oktober fordert der Pazifik-Hurrikan "Pauline" in Guerrero und Chiapas 210 Menschenleben und verursacht erhebliche Sachschäden. Im chiapanekischen Bergdorf Acteal kommt es am 22.Dezember zum schlimmsten Gewaltverbrechen des Chiapas-Konflikts: 45 Indigenas sterben im Hinterhalt einer Todesschwadron. Der Gouverneur von Chiapas, Julio César Ruiz Ferro, und Innenminister Emilio Chuayffet müssen zurücktreten. Nachfolger ist Francisco Labastida. Die Zahl interner Flüchtlinge nimmt immer mehr zu: Ungefähr 10.000 Menschen sind im Hochland von Chiapas auf der Flucht.
  • 1998. Der Bischof von San Cristóbal de las Casas, Samuel Ruiz gibt die Auflösung der CONAI als Folge der Angriffe gegen ihn, die Diözese und die CONAI bekannt. Die Militarisierung im Bundesstaat Chiapas nimmt weiter zu, ein Drittel der gesamten mexikanischen Armee wird in diesem Bundesstaat zusammengezogen. Es erfolgen zahlreiche breit angelegte polizeiliche und militärische Operationen gegen autonome zapatistische Gemeinden.
  • 1999 - Die mexikanische Regierung erklärt, dass ein Konflikt nur in Chiapas existiere. Sie versucht, die Ursachen des Aufstands mit ökonomischer Entwicklungshilfe aber ohne Dialog mit den Zapatisten lösen zu wollen. Im März startet die EZLN eine landesweite Volksbefragung über die Anerkennung der indigenen Völker ("Consulta Nacional por el Respeto a los Derechos de los Pueblos Indios y por el Fin de la Guerra de Exterminio"), mehr als 2,5 Millionen Menschen nehmen teil. Vorwürfe werden laut, unter dem Vorwand des "Gesetzes über Feuerwaffen und dem Kampf gegen Drogenhandel" würden die Regierungen von Chiapas und Mexiko militärische und polizeiliche Mobilisierungen in zapatistischen Gemeinden anordnen.

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