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Huicholes

Huichol
Huichol
El Arrayán, Huichol
El Arrayán, Huichol
Huichol in Tepic, Nayarit.
Huichol in Tepic, Nayarit.

Die Huicholes leben sehr zurückgezogen im mexikanischen Hochland, in der Sierra Madre Occidental (in Nayarit , Jalisco und im Südosten von Durango ) als Bergbauern. In diesem Teil der Sierra sind die höchsten Gipfel bis zu 3000 m hoch, Schluchten und tief eingeschnittenen Canyons machen das Gebiet sehr unwegsam und klimatisch abwechsungsreich. Sich selbst nennen sie Wirrá’ika, d. h. Zauberer, Heiler, alle ihrem Volk nicht Angehörigen verächtlich téhuaris (Weiße oder Nachbarn). Sie sind einer der letzten von der Zivilisation wenig berührten Ureinwohnerstämme Mexikos. Ihre Heimat in den zerklüfteten Sierra Madres hielt die Conquistadores fern und selbst den Missionaren gelang es erst 200 Jahre später in diese entlegene Gegend zu kommen. Die erste Missionarstation wurde erst nach 1950 in San Andrés Coatmiata aufgebaut. Es gibt 2 Theorien wie die Huicholes nach Jalisco kamen: entlang der Ostseite der Sierra Madre aus dem Norden oder weiter westlich die Pazifikküste herunter. Den Ackerbau lernten sie von einem höher entwickelten Stamm, pflanzten Mais an und gingen auf Hirschjagd. Die alten Siedlungen lagen bis zu einer halben Tagesreise entfernt und ein Mythos erzählt, der Grund sei gewesen, dass dadurch die Frauen nicht miteinander streiten konnten. Logischer klingt allerdings die Erklärung, sie hätten an Abhängen gesiedelt um dort Mais, Bohnen und Kürbisse anbauen zu können.

Inhaltsverzeichnis

Landwirtschaft

Noch heute betreiben sie traditionelle Landwirtschaft. Das Land ist Gemeinschaftsbesitz und kann weder verkauft noch verpachtet werden. Jeder Erwachsene erhält ca. 3000 m² Grund zugeteilt. Der steinige Boden meist noch in Hanglage, ist jedoch von dürftiger Qualität und ergibt wenig Ertrag. Reichtum oder Armut werden gemessen an der Anzahl des Viehs der einzelnen Familien. Einen organisierten Markt kennen die Huicholes nicht, sie tauschen nur Vieh untereinander oder verkaufen es an Händler. Da die Landwirtschaft die eigenen Bedürfnisse nicht deckt, müssen sie, gezwungenermaßen, saisonal auf den Tabak- u. Zuckerrohrplantagen an der Küste arbeiten.

Gemeinde

Jede Huichol Gemeinde hat ihre eigene Regierung und ist voneinander unabhängig. Der Bürgermeister ist die höchste Autorität und wird jeweils für ein Jahr gewählt. Er spricht zusammen mit dem Richter Urteile. Der Kapitän hat die exekutive Gewalt und der Amtsdiener überwacht die Ausübung der Strafen. Die Rechtssprechung der Huicholes ist autonom (Ausnahme: Tötungsdelikte). Jedes Jahr wird ein grosses Fest veranstaltet, wenn die Amtsträger wechseln und ihre Nachfolger selbst bestimmen. Der ehemalige Bürgermeister und die Ältesten einer Gemeinde bilden einen Rat, der der jeweiligen Regierung zur Seite steht.

Glauben

Die Huicholes haben zwar zu einem gewissen Teil die katholischen Rituale übernommen, aber dann wie viele andere Stämme eigenständig weiterentwickelt, bzw. vermischt(Synkretismus). Ihre Glaubensvorstellungen liegen in der mesoamerikanischen Theologie begründet, die sehr weit zurückgeht. Ihre Sprache kennt kein Wort für Gott, ihre göttlichen Wesen benennen sie mit Verwandtschaftsbezeichnungen wie: unsere Mutter, unser Großvater. Ihre wichtigsten Götter sind personifizierte Naturkräfte.

  • Kayaumari: der Hirsch,
  • Tatewari: das Feuer und
  • Nacawe: das Wachstum (Göttin der Fruchtbarkeit – wird als besonderes Wesen mit bedeutenden Kultstätten geehrt).

Rituale/Zeremonien

Ihre Glaubenswelt ist sehr mit magischen Vorstellungen durchsetzt und ihr urreligiöses Empfinden und das uralte Wissen haben sie über Jahrtausende geehrt und bewahrt. Sie suchen die Hilfe der Götter durch prächtige Feste und Zeremonien zu gewinnen. Vor den meisten Ritualen geht man auf die Hirschjagd. Es gibt Fiestas für den Regen, für die Reinigung der Ernte, für die reifen Früchte, für den gerösteten Mais, für die Göttin der Fruchtbarkeit, für die Sonne und für Peyote, der den Huichol sein ganzes Leben lang erleuchtet und ihm hilft, in direkten Kontakt mit seinen Göttern zu treten.

Schamanen

Das Amt des Schamanen (mara’akame) wird weitervererbt und sie sind Heiler und Sänger zugleich. Alle religiösen Feste werden von ihnen geleitet und auch im Alltagsleben haben sie einen sehr großen Einfluß. Die meisten Zeremonien werden im Tempel (tuki) abgehalten und vom singenden Schamanen (tzauririka) eröffnet. Der tuki ist nicht nur religiöses Zentrum, sondern auch gesellschaftlicher Mittelpunkt.

Peyote Ritual

Eines der wichtigsten Rituale ist das Peyote Ritual: das Sammeln von Peyote (eine Kaktusart die halluzinogene Wirkung ausübt). Da sich Boden und Klima nicht eignen um ihn auf eigenem Boden anzubauen, wird alljährlich im Mai/Juni eine Pilgerreise gemacht in die heilige Wirrikuta Region, mehr als 400 km nördlich, in die Wüste von San Luis Potosí, bei Real de Catorce. Dort spüren sie in Trance den Peyote Kaktus auf und sammeln eine Jahresration. Schon vor der Reise bereiten sich die Pilger (eine Abordnung aus den verschiedenen Gemeinden) vor und bringen ihren Göttern Opfer. Während der Reise machen sie an allen geheiligten Plätzen halt und zelebrieren ein Opferritual. Wenn der Bus dort nicht anhält, werfen sie ihre Opfergaben aus dem Fenster. Während der gesamten Reise dürfen die Pilger nur wenig Wasser trinken, fast nichts essen und kein Salz zu sich nehmen. Nach der Ankunft auf dem geheiligten Peyoteland muss sich jeder einer Reihe von Reinigungsritualen unterziehen.

Reinigungsrituale

Eines der wichtigsten Reinigungsrituale ist die Feuer-Reinigung, vor Beginn jeder Peyote-Jagd. Bei diesem Ritual muß jeder Peyotero den versammelten Teilnehmern seiner Gruppe all seinen sexuellen Fehltritte gestehen, um vorhandene oder mögliche Spannungen auszuschließen. Jeder Fehltritt wird vom Maraka’ame mit einem Knoten in einen Maisfaserstrang (ixtle) gebannt. Dann wird der Strang dem Feuer übergeben, wodurch der Sünder seine Reinheit und Unschuld zurückerlangt. Diese Zeremonie ist sehr wichtig, damit die Gemeinschaft eine spirituelle Einheit erlangt. Diese wird durch einen weiteren Strang symbolisiert, in den der Maraka’ame für jeden Teilnehmer einen Knoten knüpft. Da nur ein kleiner Teil der Peyotepflanze sichtbar ist und sich in seiner Farbe gut der Erde anpasst, braucht man bis zu 3 Tage um 10 bis 15 Kilo zu sammeln. Die Pflanze enthält mehr als 25 Alkaloide, der aktivste Bestandteil ist das Meskalin, dass seit prähistorischer Zeit in den religiösen Riten verwendet wird. Peyote ist eng mit vielen Zeremonien verknüpft, mit pflanzen, ernten und der Hirschjagd. Die Schamanen nehmen es um mit den Göttern zu kommunizieren und um Krankheiten besser diagnostizieren zu können. Bei der Heimkehr der Pilger erfolgt ein weiteres Ritual, bevor sie zurück zu ihren Familien gehen. Jeder verzehrt einen Peyote (die Kinder mit Kakao).

Das Auge Gottes

Das Auge Gottes (tsikuri) bietet dem Huichol eine andere Möglichkeit zur Kommunikation mit den Göttern. Farbige Wollfäden werden auf ein Kreuz aus Bambus gespannt und zu einer Raute geformt, durch welche die Götter ihre Anhänger beobachten und sie so vor Krankheit und Unglück schützen können. Die tsikuri werden von Vätern besonders im Namen ihrer Kinder den Gottheiten gewidmet, jede Raute bedeutet ein Lebensjahr. Nach 5 Jahren muss jedes Kind seine eigenen tsikuri herstellen.

Pfeile

Pfeile werden angefertigt, um den Göttern die Gebete des einzelnen zu überbringen. Väter fertigen für ihre Neugeborenen Pfeile an, um Gesundheit und göttlichen Schutz für sie zu erlangen. Besondere Wünsche werden durch kleine an den Schaft gebundene Gegenstände dargestellt. Wenn der Pfeil senkrecht im Boden steckt, betrachtet man ihn als geopfert und der Bittsteller weiß, dass sein Gebet erhört wurde.

Votivschalen

Des weiteren gibt es die selbst angefertigten wunderschönen Votivschalen mit Perlen. Diese Kalebassen sind innen mit Bienenwachs überzogen und zeigen symbolische Darstellungen, die aus Samen, Maiskörnern, winzigen Steinchen, Muscheln, Federn und weißen Wattebäuchen sind. Als die Spanier Glasperlen nach Mexiko einführten, veränderte sich die Gestaltung vollständig, Die meisten Votivschalen sind heute gänzlich mit Perlen gemacht. Das Bild eines Rehs bedeutet das Gebet eines Jägers um Jagdglück, Samen und Getreide bitten um reiche Ernte und die Darstellung eines Kranken, die Bitte um Genesung. Man glaubt, das die Götter die Gebete der Menschen trinkend in sich aufnehmen. Die Schalen werden in Tempeln, neben Quellen und in Dachrinnen aufgestellt.

„Antlitz“

Die große Kreativität und Kunstfertigkeit der Huichol, die immer religiösen Zielen dient, findet man auch im „Antlitz“ (nierika). Es wird aus Stein, aus Schilf mit eingeflochtenen Fäden oder kleinen Holzbrettchen gebildet, die mit Bienenwachs und Garn bedeckt sind. Diese Gaben stellen das Antlitz des Windes, des Rehs, des Mais und anderer Mächte dar. Darstellungen von Schlangen, Wellen und Wasserschalen drücken den Wunsch nach Regen aus.

Kleidung

Auch in der Kleidung wird der religiöse Glaube ausgedrückt, Der Huichol trägt weite Hosen, ein langes, seitlich offenes Hemd und ein viereckiges Cape, das zu einem Dreieck gefaltet wird. Die Kleidungsstücke sind aus Baumwolle und reich bestickt. Dazu gehören mehrere gewebte Wollschärpen unter denen an einem Gürtel einige flache, bestickte Beutel hängen. Ebenso werden bestickte oder gewebte Schultertaschen getragen. Flache Strohhüte werden mit kleinen Kreuzen aus rotem Flanell, wollenen Pompons und Federbüscheln verziert. Quasten, Samenhülsen oder Perlentröpfchen hängen an der Krempe. Bunte Halsketten, Anhänger, Armbinden und Gürtel, die mit Perlen bedeckt sind, zeigen symbolische Motive, die den Träger beschützen sollen und vervollständigen die Kleidung. Die Frauen kleiden sich einfacher und tragen Röcke, Blusen und Quechquemitls

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