Hunahpú und Xbalanqué
Hunahpú ( was übersetzt: „Eins-Blasrohr“ bedeutet) und Xbalanqué ( was übersetzt: "In der Art eines kleinen Jaguars" bedeutet) waren bei der Maya (Hochkultur) die Zwillingssöhne von Ixquic ( übersetzt: Blut-Mond),die Tochter eines der zwölf Herren von Xibalbá,und Hun Hunahpu, dem Maisgott.
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Hun Hunahpu, der Maisgott
Im "Buch des Rates" der Quiche (K'iché )-Maya, dem Popol Vuh, wird erzählt, das Hun Hunahpu, der Maisgott, die zwölf Herren von Xibalbá durch zu lautes Ballspiel störte. Daraufhin töteten die Herren von Xibalbá Hun Hunahpu. Den abgetrennten Kopf von Hun-Hunapu hingen sie an einem Kalebassenbaum, der daraufhin Früchte trug, auf. Die Herren von Xibalbá erließen in ganz Xibalbá das Verbot, dass Niemand die Früchte von diesem Baum pflücken und auch Niemand in der Nähe des Baumes rasten durfte.
Ixquic
Ixquic, Tochter von "Cuchumaquic" (der einer der Herren von Xibalbá war) wurde von Neugierde geplagt und wollte eine der Früchte des Baumes, von denen man sagte, dass sie köstlich schmecken würden, probieren. Nachdem sich Ixquic dem Baum genähert hatte, sprach der Schädel von Hun Hunahpu, der zwischen den Ästen hing, zu ihr und forderte sie auf, ihm ihre Hand entgegen zu strecken. Ixquic folgte der Aufforderung und der Schädel spritze ihr einen Strahl Speichel mitten auf ihre Handfläche. Ixquic, die dadurch schwanger wurde, musste daraufhin zur Strafe Xibalbá verlassen und wurde auf die Erde verbannt. Dort gebar sie ihre Zwillingssöhne Hunahpú und Xbalanqué.
Hun Hunahpu ( der Maisgott) hatte bereits Zwillingssöhne, die fortan ihre Halbrüder Hunahpú und Xbalanqué ständig belästigten. Hunahpú und Xbalanqué verwandelten diese Zwillinge zur Strafe in Affen.
Die Prüfungen von Hunahpú und Xbalanqué in Xibalbá
Hunahpú und Xbalanqué, ebenfalls gute Ballspieler, störten mit dem Lärm des Ballspiels erneut die zwölf Herren von Xibalbá und wurden deshalb von ihnen herausgefordert. Nachdem die beiden Zwillingsbrüder Hunahpú und Xbalanqué über Flüsse, die aus Eiter und Blut bestanden, in Xibalbá eintrafen, mussten sie verschiedene Prüfungen bestehen.
- Eine Aufgabe bestand zum Beispiel darin, die zwölf Namen der Herren von Xibalbá herauszubekommen ( siehe hierzu: Xibalbá ). Dies gelang ihnen auch mit Hilfe einer List. Sie beauftragten eine Mücke, alle Herren von Xibalbá zu stechen. Nachdem alle Herren gestochen waren, fragten sie untereinander, wobei sie sich alle mit Namen ansprachen, wer sie denn wohl gestochen haben mag. Hunahpú und Xbalanqué lauschten heimlich diesen Gesprächen und erfuhren auf diese Art und Weise die Namen der zwölf Herren von Xibalbá
- Bei einer weiteren Prüfung erhielten die Zwillingsbrüder Hunahpú und Xbalanqué eine brennende Fackel und eine glühende Zigarre. Ihre Aufgabe bestand darin, sowohl die Fackel wie auch die Zigarre am nächsten Morgen genauso zurückzugeben, wie sie beides erhalten hatten. Die beiden Zwillingsbrüder narrten jedoch die Herren von Xibalbá und ersetzten das gelöschte Feuer der Fackel durch rote Arafedern, und die Zigarrenglut durch Feuerfliegen.
- Nach Nächten in Häusern mit Jaguaren, Messern, Feuer und Kälte , wurden Hunahpú und Xbalanqué in das Haus von Zotz ( eine Todesfledermaus) eingeschlossen. Um nicht von Zotz getötet zu werden, benutzen die Zwillingsbrüder ihre magischen Kräfte und versteckten sich in ihren mitgebrachten Blasrohren. Als jedoch vor Anbruch des Tages Hunahpú seinen Kopf aus dem Blasrohr herausstreckte, wurde ihm dieser von Zotz abgerissen.
- Xbalanqué wurde daraufhin von den Herren von Xibalbá gezwungen, bei der folgenden Prüfung, einem Ballspiel, den Kopf von Hunahpú als Ball zu benutzen. Xbalanqué konnte jedoch durch eine erneute List die Herren von Xibalbá ablenken und schafft es ,unbemerkt den Kopf seines Zwillingsbruders, wieder an dessen Körper zu fügen.
- Als nun alle Versuche der Herren von Xibalbá, die Zwillingsbrüder zu töten, gescheitert waren, opferten sich Hunahpú und Xbalanqué, in der Gewissheit, dass sie dabei Dank ihrer magischen Kräfte nicht sterben würden, selbst . Nachdem sie in einen Feuerofen gesprungen und dabei augenscheinlich gestorben waren, zermahlten die Herren von Xibalbá ihre Knochenreste und warfen sie in einen Fluss der Unterwelt. Nach fünf Tagen jedoch, tauchten die Zwillingsbrüder unversehrt als schöne Jünglinge wieder aus dem Unterweltfluss auf und begannen ihren Siegeszug über Xibalbá.
Durch vielerlei Tänze und magischen Zaubertricks erweckten sie das Interesse der höchsten Herren von Xibalbá, den Herren "Hun Came" ( übersetzt :"Einstod" ) und "Vvcub Came" ( übersetzt:"Siebentod") , und sollten vor ihnen erscheinen und ihnen ihre Künste demonstrieren. Begeistert von den magischen Künsten der Zwillingsbrüder, forderten "Hun Came" und "Vvcub Came" sie auf, sich gegenseitig das Herz aus der Brust zu holen, ohne dabei zu sterben. Hunahpú und Xbalanqué öffneten sich daraufhin gegenseitig die Brust. Xbalanqué legte das triefende Herz von Hunahpú auf Blätter nieder und zerstückelte anschließend seinen Bruder. Im Anschluss befahl Xbalanqué seinem Bruder, aufzustehen und beide Brüder standen unversehrt und lebend vor den Herren von Xibalbá. Begeistert von diesem Kunststück ,verlangten "Hun Came" und "Vvcub Came", dass die Zwillinge diesen magischen Trick ebenfalls auch an ihnen ausüben sollten. Hunahpú und Xbalanqué öffneten daraufhin die Brust von "Came" und "Vvcub Came", erweckten sie jedoch nicht wieder zum Leben. Erschrocken über den Tod der obersten Herren von Xibalbá, flohen voll Panik alle anderen Herren der Unterwelt.
Durch Wunder und Verwandlung war es den Zwillingsbrüdern Hunahpú und Xbalanqué gelungen, die Macht von Xibalbá zu brechen. Nachdem sie Xibalbá besiegt hatten, stiegen Hunahpú und Xbalanqué als Licht an den Himmel. Der eine wurde zum Mond und der andere zur Sonne.