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Taxco

Die barocke "Silberstadt" Taxco (1.670m) ist eine der schönsten Kolonialstädte Mexikos. Faszinierend ist die Lage am Abhang der El-Atache-Berge der Sierra Madre Occidental, die großartige Ausblicke bietet. Wie Schwalbennester scheinen die Häuser an den Hängen zu kleben. Die niedrigen, weiß getünchten Bauten mit holzgeschnitzten Türen und Gitterwerk an den Fenstern, die engen Gassen und schattigen Plätze versetzen den Besucher zurück in längst vergangene Zeiten. Sehenswert ist die ganze Stadt, sich einfach treiben lassen ist die Devise.

Alles überragend ist die Kirche San Sebastian y Sta. Prisca aus rosarotem Sandstein der Umgebung, ein Meisterwerk des mexikanischen - churrigeueresken - Barok (1751-1758). Dieser ist gekennzeichnet durch den verschwenderischen Umgang mit allen Formen der Ornamentik: Steinerne Säulen und Statuen schmücken die Fassade, kostbar ausgestattet ist der Innenraum mit geschnitzten und vergoldeten Altären, mit Heiligenfiguren und Gemälden.

In Taxco kann man einfach nur ausspannen, aber es gibt auch viel zu sehen und längst ist Taxco eines der beliebtesten Touristenziele Mexikos. Allerdings trüben der Autoverkehr, überteuerte Hotels und eine Touristenschwemme das idyllische Gesamtbild. Als "Silberstädte" sind von daher Guanajuato und Zacatecas empfehlenswertere Ziele.

Silber

Das schmucke Städtchen steht komplett unter Denkmalschutz und verdankt seinen Reichtum den inzwischen weitgehend erschöpften Silberminen. Dennoch lebt Taxco noch immer vom Silber, das in besten Werkstätten zu exquisitem Schmuck und Gebrauchsgegenständen verarbeitet wird. Die zahlreichen Silbergeschäfte sind Hauptattraktion. Allerdings ist die Qualität nicht überall gleich. Vor allem in den Touristengeschäften am Stadtrand, die auch andere Souvenirs anbieten, ist Vorsicht anzuraten. Dagegen haben die Markengeschäfte rund ums Zentrum Erstklassiges zu bieten. Die Preise sind entsprechend hoch, aber angemessen. Gute Namen sind Los Castillos, Antonio Pineda, Sigi, Spratling. Guillermo Spratling war es, der das Silbergeschäft im 20. Jahrhundert wiederbelebte. Schon die vorspanischen Siedler, Tlahuicas genannt, nutzten die Silberminen. Die Spanier widmeten sich bald nach der Eroberung intensiv dem Bergbau, bis die Minen erschöpft waren. Mitte des 18. Jahrhunderts entdeckte Don José de la Borda, ein spanischer Adliger, durch Zufall eine reiche Silbermine. Taxcos Boom begann aufs Neue. Borda wurde zum "Silberbaron" und zum legendären Baumeister.

Er ließ die Kirche San Sebastian y Sta. Prisca erreichten und in Taxco und Cuernavaca prachtvolle Villen und Gärten anlegen. Die Casa Borda am malerischen Zócalo beherbergt heute Büros der Regierung. Ein anderer kolonialer Prachtbau ist die Casa Figueroa mit schöner Kachelfassade, reizvollen Innenhöfen und Möbeln im Stil jener Epoche. Sehenswert ist auch die Casa Humboldt, wo der deutsche Naturforscher Alesancer von Humboldt einst übernachtete. Als Bordas Silberminen ebenfalls erschöpft waren, verarmte die Bergwerkstadt, bis 1930 der amerikanische Künstler William Spratling nach Taxco kam. Er richtete eine Werkstatt für Silberschmiede ein und versammelte Künstler, die nach altindianischer Tradition Silber zu kostbaren Schmuckstücken verarbeiteten. Rund 50 Werkstätten gibt es heute.

Ein kleines Silbermuseum erinnert an die wechselvolle Geschichte der Stadt und zeigt, was sich alles aus dem Edelmetall herstellen lässt: kostbare Gefäße, Besteckt, Schmuck, abstrakte Skulpturen und andere Kunstwerke, aber auch so mancher Kitsch. Das Museum William (Guillermo) Spratling dagegen enthält vor allem eine reiche Sammlung prähispanischer Kunstwerke aus Keramik und Stein. Der Markt, der sich in den engen Gassen und einer ähnlich engen und hohen Halle unterhalb der Kirche Sta. Prisca ausbreitet, ist einen Besuch wert. Streifzüge durch die Gassen und auf die Berge (die Lomás de Taxco sind mit einer Seilbahn zu erreichen) bieten sich an, oder man genießt einfach die Ruhe und das bunte Treiben am idyllischen Zócalo, der Plaza Borda. Hier versammeln sich auch die Verkäufer von Artesania - Körbe in allen Größen, aus Holz geschnitzte, bunt bemalte Tierfiguren sind typisch für die Region. Von den umliegenden Cafés hat man einen schönen Blick. In Taxco bewegt man sich am besten zu Fuß oder mit Taxen, die auch als Colectivos auf festen Routen verkehren und Stadtzentrum und Hotels einschließen..