|
Viele Signale
der menschlichen Kommunikation haben in Mexiko eine andere Bedeutung.
Die
Mexikaner denken, fühlen und handeln in zahlreichen Situationen anders,
sie verknüpfen auch bestimmte Informationen auf eine andere Weise. Auch
bleiben die uns gewohnten Formen der Rückmeldung aus, andre treten an
ihre Stelle. In der Computersprache hieße das: Das Betriebssystem von
Mexikanern und Besuchern ist zwar dasselbe, doch ihr jeweiliges Programm
ist unterschiedlich. Erfolgt diese Erkenntnis plötzlich und unvorbereitet,
kann es zum Kulturschock kommen, zur Orientierungslosigkeit, wenn die
erlernte Struktur nicht mehr zu den Ereignissen passt.
Mexiko
hat z.B. eine Kultur, in der sehr viele Informationen nicht tatsächlich
auch gleich in Worten ausgesprochen werden. Sie werden vom Sprecher in
Tonfall, Gestik, Mimik oder im besonderen Kontext der jeweiligen Situation
mitgeteilt. Im Gegensatz zur "High Context Culture" Mexiko kann man die
Bundesrepublik Deutschland als "Low Context Culture" charakterisieren;
hier gelten in aller Regel nur die auch tatsächlich geäußerten Bemerkungen
als ausgetauscht.
Ein
harmloses Beispiel: Auf die Frage nach dem Weg zum zócalo mag ein Mexikaner
aus Höflichkeit (oder um den Schein des Kenners zu wahren) dem Reisenden
die Antwort geben, zwei Blocks weiter und dann rechts zu gehen. An der
Art seiner Erwiderung (Tonfall, Gestik, Formulierung, eventuelles Zögern)
würde ein Landsmann erkennen können, dass diese Antwort "Ich kenne den
Weg nicht!" bedeutet. In Deutschland dagegen würde man nach einer solchen
Auskunft in aller Regel erwarten, dass der zócalo auch tatsächlich zwei
Blocks weiter und dann rechts zu finden ist.
Allein schon aus
diesem grundsätzlichen Unterschied können sich erhebliche Probleme im
Verständnis zwischen Mexikanern und Deutschen ergeben.
www.omex.de
|